Ärzte Zeitung, 17.07.2013

Wartezeiten

KV Bremen verweist auf den Großstadteffekt

Wartezeiten: KV verweist auf den Großstadteffekt

BREMEN. Die Patientenbefragung der KBV brachte es an den Tag: 45 Prozent der Bremer Patienten, die im vergangenen Jahr zum Arzt gingen, mussten länger als drei Tage auf einen Termin beim Doktor warten. Der Bundesschnitt liegt bei 32 Prozent.

Nun hat die KV Bremen (KVHB) reagiert: Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin bedeuteten nicht zwangsläufig eine schlechte medizinische Versorgung: "Wir haben es mit dem Großstadteffekt zu tun. In Bremen und Bremerhaven gibt es eine sehr hohe Facharztdichte. Je spezialisierter ein Arzt ist, umso längerfristiger muss er planen, entsprechend ist die Terminvergabe", sagte KV-Chef Dr. Jörg Hermann.

In der Stadt Bremen sind 70 Prozent aller niedergelassenen Ärzte Fachärzte. In Bremerhaven liegt die Facharzt-Hausarzt-Quote bei 72 zu 28. Dieses Verhältnis kehrt sich in Flächenländern um.

Weil Patienten in der Regel beim Hausarzt schnellere Termine bekommen, schneiden die Stadtstaaten bei vergleichbaren Befragungen zu Wartezeiten schlechter ab.

Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die Rolle der Städte Bremen und Bremerhaven als Mitversorger. Jeder vierte Patient in einer Bremer Praxis kommt aus dem Umland oder reist sogar noch von weiter an.

Mit der Zahl der Haus- und Fachärzte am Ort sind die Patienten aus Bremen und Bremerhaven indessen sehr zufrieden. Nur sieben Prozent erklärten, es gebe zu wenige Hausärzte am Ort.

Nur 18 Prozent meinen, es gebe nicht genug Fachärzte. "Das ist in beiden Fällen jeweils der mit Abstand niedrigste Wert im Bundesländervergleich", betont die KV. (cben)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »