Ärzte Zeitung online, 31.07.2013

AOK Bayern

Kasse lehnt Zwang zu speziellen Facharztverträgen ab

Sollen Kassen künftig dazu verpflichtet werden, nach Haus- auch Facharztverträge abzuschließen? Nein, sagt die AOK Bayern klar und deutlich.

MÜNCHEN. Die vom Vorsitzenden des Medi-Verbundes Dr. Werner Baumgärtner erhobene Forderung, die Kassen gesetzlich zu verpflichten, künftig ihren Versicherten auch Facharztverträge anzubieten, ist bei der AOK Bayern auf Widerspruch gestoßen.

"Obligatorische Selektivverträge", so die AOK, seien ein rechts- und ordnungspolitisches Paradoxon und behinderten Innovationen.

Wenn es nach dem gesetzlichen Zwang zum Abschluss von Hausarztverträgen auch noch eine Pflicht zu Facharztverträgen gebe, würde damit der Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen für die vertragsärztliche Versorgung der Patienten insgesamt enden, erklärte die AOK Bayern.

Das Grundprinzip der Vertragsfreiheit als Kernthema des Zivilrechts und alle wettbewerbsrechtlichen Prinzipien würden ad absurdum geführt.

Nach Ansicht der AOK Bayern ginge vor allem "die große Chance der Selektivverträge" verloren, die Versorgungsqualität mit ausgewählten Ärzten durch Innovationen zu verbessern und nach dem Prinzip "pay for performance" zu honorieren.

"Jeder Qualitätsanspruch, der jetzt noch mit Selektivverträgen umgesetzt werden könnte, wäre mit einem allgemeinen Zwang zum Abschluss mit fachärztlichen Monopolen zum Scheitern verurteilt - bei deutlich höheren Kosten", heißt es in einer Mitteilung der AOK Bayern. (sto)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »