Schleswig-Holstein

KV will Geld für Weiterbildung umschichten

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Nach Zahlen der Nord-KV bleibt nur jeder vierte weitergebildete Arzt im Land. Fördergelder will die KV lieber in die Niederlassungsförderung investieren.

BAD SEGEBERG. Die KV Schleswig-Holstein prüft eine Umschichtung ihrer Mittel für die Weiterbildung.

Der KV-Vorstand schlägt vor, das Geld in die Niederlassungsförderung zu stecken. KV-Vorstand Dr. Ralph Ennenbach vermisst bei der derzeitigen Förderung die Nachhaltigkeit.

Nach Zahlen der KV bleiben nur 23 Prozent der in Schleswig-Holstein weitergebildeten Ärzte im Land. Nicht bekannt ist allerdings, wie viele Ärzte sich im Norden niederlassen, die ihre Weiterbildung in anderen Bundesländern absolviert haben.

Fest steht dagegen, dass die gezahlten Mittel von 700 Euro monatlich nicht mit einer Verpflichtung zum Verbleib im Land verknüpft werden können.

Ennenbach sieht darin eine "strukturierte Weiterbildung nach Schrotschuss" und stellt sich eine gezieltere Förderung vor - nämlich direkt in die Niederlassung, für einen befristeten Zeitraum.

Idee: Zuschlag für Punktzahlvolumen

Denkbar wäre für ihn ein Modell, bei dem frisch niedergelassene Ärzte für drei Jahre einen Zuschlag für ihr Punktzahlvolumen bekommen.

Zum Hintergrund: die monatlich 700 Euro werden - zusätzlich zu den üblichen 3500 Euro - an den weiterbildenden Praxisinhaber gezahlt. In diesem Jahr werden dafür insgesamt rund 422.000 Euro ausgegeben, vorwiegend für Hausarztpraxen.

Sicherstellung gehört zu den Kernaufgaben der Körperschaft, Förderung der Weiterbildung nicht.

Die Abgeordneten machten jedoch deutlich, dass ihnen auch das Signal an die weiterbildenden Praxen wichtig ist. Zugleich sollte erhoben werden, weshalb 77 Prozent der weitergebildeten Ärzte abwandern.

Eine Entscheidung über den Vorschlag des KV-Vorstands wird voraussichtlich im November fallen. (di)

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