Ärzte Zeitung online, 11.10.2013
 

KV Sachsen scheitert

Kein höheres Wegegeld für Hausbesuche

Kein höheres Wegegeld für Hausbesuche

Nach dem Schiedsspruch in Sachsen erhalten Hausärzte für 2013 keine höheren Wegepauschalen. Der Konflikt über die Pauschalen schwelt zwischen KV und Kassen seit Monaten. Die KV sieht sich nicht als Verlierer des Schiedsspruches.

Von Thomas Trappe

DRESDEN. Für Hausbesuche werden Ärzte in Sachsen auch im kommenden Jahr nicht mehr Wegegeld bekommen.

Die KV Sachsen unterlag mit der Forderung vor dem Schiedsgericht. Dies sprach zwar bereits im Frühjahr ein Urteil zur morbiditätsbedingten Gesamtvergütung für das laufende Jahr - der Streit um höhere Wegepauschalen wurde dabei allerdings ausgeklammert.

Die KV forderte eine Erhöhung um 12,5 Prozent, die Kassen erklärten, die Wegepauschalen in jetziger Höhe seien angemessen. Die KV rief daraufhin das Schiedsgericht an.

KV-Chef Dr. Klaus Heckemann erklärte nun auf Anfrage, dass das Thema im kommenden Jahr wieder auf der Tagesordnung stehen soll bei den Verhandlungen um die Gesamtvergütung. Die letzte Anpassung der Wegepauschalen gab es in Sachsen vor fünf Jahren.

KV-Chef: Haben nur auf den ersten Blick verloren

Beim Schiedsspruch zur Gesamtvergütung bekam die KV Sachsen im Frühjahr eine Erhöhung von 8,4 Prozent zugestanden. Ein Teil des Geldes soll für die Aufwertung von Hausbesuchen aufgewandt werden.

"Mit dieser zusätzlichen Förderung zu der bereits in ansprechender Höhe vereinbarten Wegevergütung erhoffen sich die Vertragspartner eine höhere Bereitschaft der Ärzte, im Bedarfsfall medizinisch notwendige Hausbesuche durchzuführen", teilte die AOK Plus als Verhandlungsführer der Kassen nach dem Schiedsspruch mit.

Soll heißen: Eine Erhöhung der Wegepauschale hätte bedeutet, Hausbesuche doppelt extra zu honorieren.

KV-Chef Heckemann sagte zum Urteil, "dass wir damit nur auf den ersten Blick verloren haben". Das Schiedsgericht nämlich habe anerkannt, dass der Aufwand für Hausbesuche einen Aufschlag rechtfertige - dieser aber allerdings bereits von Kassenseite gewährt worden sei.

Dies heiße im Umkehrschluss, so Heckemann, dass bei der nächsten Honorarverhandlung eine erhöhte Wegepauschale wieder auf der Tagesordnung stehen könnte. Dann nämlich, wenn die Sonderförderung für Hausbesuche nicht mehr gewährt werde.

Bei anderen strittigen Themen erzielten KV und Kassen Übereinkunft. So sollen Kinderärzte gefördert werden, die neue Patienten aufnehmen.

"Weiterhin wurde ein Zuschuss für Dialysen vereinbart, der für die nächtliche Dialyse-Behandlung von noch im Beruf stehenden Dialysepatienten gezahlt wird", hieß es in einer Mitteilung der AOK.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »