Ärzte Zeitung, 11.11.2013

Kommentar zu RegioMed

Neues macht Angst

Von Angela Mißlbeck

Wie lässt sich Versorgung gleichmäßig gestalten, wenn die Bevölkerung sich immer ungleichmäßiger verteilt? Ballungszentren boomen, während ganze ländliche Regionen aussterben. Diese Entwicklung braucht tatsächlich neue Lösungen. Daher ist es gut, dass sich die KV Brandenburg (KVBB) mit ihrem RegioMed-Paket auf den Weg gemacht hat, Neues auszuprobieren.

Klar ist: Nie da Gewesenes muss seine Daseinsberechtigung erst beweisen. Dafür braucht es Zeit und Raum. Deshalb ist ein gewisser Nestschutz für Versorgungsinnovationen sicher nötig. Doch Neuerungen stoßen nicht nur auf Begeisterung. Das liegt in der Natur der Sache.

Deshalb ist umfassende Information wichtig. Ideal ist es, wenn Betroffene an den Veränderungen aktiv beteiligt werden. Geschieht dies nicht oder nicht ausreichend, ist Protest die logische Folge, wie derzeit in Märkisch-Oderland und vor einem Jahr in Potsdam.

Umgekehrt gilt: Je mehr Transparenz eine Neuentwicklung begleitet, desto leichter findet sie Akzeptanz. Das mag zwar dazu führen, dass sich die Umsetzung verzögert. Dafür sind Einwände dann beim Start bereits berücksichtigt. Wer Versorgungsinnovationen quasi durch die Hintertür einführt, fordert Widerspruch heraus.

Diese simplen Lehren aus dem Change-Management sollte die KVBB künftig besser beherzigen.

Lesen Sie dazu auch:
KV-Projekt RegioMed: Baukasten voller Lösungskonzepte

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Anti-Alzheimer-Wirkstoff beschleunigt kognitiven Abbau

Beta-Sekretase-Hemmer stoppen die Entwicklung einer Demenz nicht – ganz im Gegenteil: Die Medikamente scheinen die kognitive Leistung sogar zu verschlechtern. mehr »

Kinderärzte für Impfpflicht bei Ärzten und Assistenzberufen

Eine Impfpflicht nur für Kinder? Das geht den Pädiatern nicht weit genug. Dem Deutschen Ethikrat aber stößt die Art der Debatte sauer auf. mehr »

Der Unterschied zwischen Peripherie und Kernbereich

Die Bevölkerungsentwicklung vor Ort ist für die langfristige Positionierung von Praxen entscheidend. Genau hinzuschauen lohnt sich auch für Hausärzte, wie unsere aktuelle Karte des Monats zeigt. mehr »