Ärzte Zeitung online, 01.11.2013
 

DEGAM

Neuer Vorstoß für PJ-Pflichtzeit in Allgemeinmedizin

Eine PJ-Pflichtzeit in der Allgemeinmedizin für alle Medizinstudenten - mit diesem Vorschlag war die DEGAM vor einem Jahr gescheitert. Nun, zu den Koalitionsverhandlungen, legt sie erneut ein Positionspapier vor.

Von Rebecca Beerheide

Neuer Vorstoß für PJ-Pflichtzeit in Allgemeinmedizin

Geht es nach dem Willen der DEGAM, sollen Medizinstudenten drei Monate in einer allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren.

© mmphoto / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) startet erneut einen Vorstoß, um eine Pflichtzeit im Praktischen Jahr (PJ) in der Allgemeinmedizin zu verankern.

In einem Positionspapier wirbt die Gesellschaft nun dafür, dass Studenten drei Monate in einer allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren.

Der Vorschlag, eine Pflichtzeit in der Allgemeinmedizin während des PJ zu verbringen, war vor einem Jahr vom Bundesrat nach heftigen Protesten von Medizinstudenten abgelehnt worden.

Neue Impulse für diesen Vorstoß erhofft sich DEGAM-Präsident Professor Ferdinand M. Gerlach nun von der neuen Koalition, erklärte er im Redaktionsgespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Studenten sollen patientenzentrierte Arbeitsweise kennen lernen

"Aufgrund des hohen Bedarfs an kompetenten Allgemeinmedizinern muss dieses Berufsfeld integraler Teil des Medizinstudiums sein", heißt es in dem Positionspapier der Gesellschaft.

Ebenso sei es für die Studenten von Nutzen, dass sie im Studium die "individualisierte sowie patientenzentrierte Arbeitsweise" kennenlernen.

Falls sie sich später für eine Facharztdisziplin entscheiden, könne so auch das gegenseitige Verständnis zwischen den Arztgruppen gefördert werden, so Gerlach weiter.

Nach Meinung der DEGAM könnte bis 2019 das Pflichtquartal eingeführt werden.

Bereits nach der aktuellen Approbationsordnung, die 2012 geändert wurde, sollen bis 2015 für zehn Prozent der Studierenden an allen Hochschulstandorten Plätze für ein Wahltertial in der Allgemeinmedizin vorhanden sein, bis 2017 für 20 Prozent der Studenten.

Kosten auf 25 Millionen Euro beziffert

In dem Positionspapier rechnet die DEGAM vor, dass bei Einführung des PJ-Pflichtquartals deutschlandweit rund 4600 zusätzliche Lehrpraxen benötigt werden, rund 125 Lehrpraxen pro Universitätsstandort müssten angeworben werden.

Die Kosten für die Einführung eines PJ-Pflichtquartals lägen nach Darstellung der DEGAM bei rund 25 Millionen Euro. Das bedeute 676.000 Euro pro Uni-Standort, heißt es in dem Papier der Gesellschaft.

In dem Positionspapier hat die Fachgesellschaft ebenso ein Musterlogbuch erstellt, das für ein mögliches PJ-Quartal angewendet werden könnte.

[01.11.2013, 06:51:53]
Lilia Renner 
Ist nicht die Lösung
Ich sehe keine Abhilfe damit. Es ist das Problem , was es diesem Beruf gemacht wurde, u.a. die"Pistole" im Nacken. zum Beitrag »

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