Ärzte Zeitung, 15.11.2013

Mecklenburg-Vorpommern

Kammer verabschiedet Resolution zur Freiberuflichkeit

Die Kammer in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Resolution zu den Prinzipien der Gesundheitsversorgung verabschiedet.

ROSTOCK. Ärzte und Gesundheitsministerin in Mecklenburg-Vorpommern sind sich einig: Die Freiberuflichkeit und Unabhängigkeit von Ärzten ist ein entscheidender Faktor für eine Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau.

Die Kammerversammlung der Ärztekammer verabschiedete einstimmig eine Resolution, in der die Freiberuflichkeit der ärztlichen Tätigkeit als "tragendes Prinzip der Gesundheitsversorgung" genannt wird, die in vollem Umfang erhalten bleiben müsse.

Von der künftigen Bundesregierung forderte die Versammlung ein klares Bekenntnis zum Arztberuf als freien Beruf und eine Verknüpfung dieses Leitgedankens mit der konkreten politischen und gesetzgeberischen Arbeit.

Die Rahmenbedingungen für eine Ausübung des Arztberufes in Freiheit müssten wiederhergestellt werden, damit Ärzte Verantwortung übernehmen und Verantwortlichkeit entwickeln könnten.

Wirtschaftliche Zwänge wirken sich auf ärztliche Entscheidungen aus

Landesgesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte schon im Vorfeld der Versammlung erklärt: "Gerade in Zeiten einer zunehmenden Ökonomisierung der Medizin ist der Erhalt der Freiberuflichkeit des ärztlichen Berufs als Gegengewicht dazu von entscheidender Bedeutung."

Insbesondere die Entwicklung in manchen Krankenhäusern in privater Trägerschaft bereitet den Kammerdelegierten in Mecklenburg-Vorpommern Sorgen.

Auf der Kammerversammlung berichteten Ärzte, dass die ökonomischen Zwänge in den Kliniken nicht ohne Rückwirkung auf ärztliche Entscheidungen bleiben.

In der Resolution erklärten die Delegierten den Schutz des Arzt-Patienten-Verhältnisses und die uneingeschränkte freie ärztliche Berufsausübung mit medizinischer Entscheidungsfreiheit und ohne Einflussnahme sachfremder Erwägungen oder staatlicher Weisungen zum obersten Ziel ärztlicher Standespolitik.

Mehr als ein gesellschaftliches Leitbild

Die ärztliche Freiberuflichkeit, heißt es in der Resolution, sei weit mehr als ein gesellschaftliches Leitbild: "Es ist für Ärztinnen und Ärzte eine Frage der inneren Haltung und gelebter Berufsmoral."

Als Bedrohung für die unabhängige ärztliche Entscheidung empfinden die Delegierten neben der Ökonomisierung auch Bürokratisierung und Reglementierung.

"Das Arzt-Patienten-Verhältnis wird durch den ökonomischen und zeitlichen Druck nachhaltig negativ beeinflusst. Darüber hinaus wird mit der funktionalen Verengung des Arztberufs als Dienstleister, Reparateur oder wirtschaftlicher Unternehmer dieser nachhaltig trivialisiert und teilweise diskreditiert", heißt es in der Resolution. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »