Ärzte Zeitung online, 19.11.2013
 

Hebammen

Haftpflicht könnte sich erneut verteuern

Hebammen müssen wohl auch 2014 und 2015 wieder deutlich mehr für ihre Berufshaftpflicht auf den Tisch legen. Davon geht der Deutsche Hebammenverband aus. Bereits im Mai 2012 hatten Hebammen gegen steigende Prämien protestiert.

NEU-ISENBURG. Hebammen müssen für ihre Haftpflichtversicherung immer mehr bezahlen: Das wird auch für die beiden kommenden Jahre gelten, wie der Deutsche Hebammenverband (DHV) am Montag mitteilte.

Dem DHV zufolge könnten die Prämien ab Juli 2014 um mehr als 20 Prozent steigen und auch 2015 erneut in gleicher Höhe. Das habe der Versicherungsmakler Securon dem Verband mitgeteilt, hieß es.

Bereits im vergangenen Jahr hatten viele Hebammen über die hohen Prämien geklagt. Dem DHV zufolge ist Securon derzeit das einzige Versicherungskonsortium, das noch eine Gruppenhaftpflichtversicherung anbietet.

Der Verband geht davon aus, dass in der Geburtshilfe tätige, freiberufliche Hebammen nächstes Jahr über 5000 Euro jährlich für die Haftpflicht bezahlen müssen. Gründe dafür seien steigende Regressforderungen von Sozialversicherungsträgern und eine höhere Klagebereitschaft der Eltern.

"Schon jetzt finden viele Frauen nur schwer eine Hebamme für die Geburt oder das Wochenbett. Diese Situation wird sich mit der Haftpflichterhöhung im nächsten Jahr verschärfen", wird DHV-Präsidentin Martina Klenk in der Mitteilung zitiert.

Verband will staatlich finanzierten Haftungsfonds

Der DHV fordert "dringend gesetzgeberische Lösungen". Der Verband schlägt einen staatlich finanzierten Haftungsfonds vor, der Kosten oberhalb einer bestimmten Haftungsobergrenze trägt. Zudem sollten Regressforderungen der Sozialversicherungsträger gedeckelt werden, so der DHV.

Im Juli hatten sich die Berufsverbände der Hebammen und der GKV-Spitzenverband darauf geeinigt, dass freiberufliche Hebammen einen Ausgleich für die gestiegenen Prämien der Berufshaftpflichtversicherungen erhalten. Zusätzlich forderten Hebammenverbände, die Vergütung vor allem für die Versorgung am Wochenbett anzuheben.

Eine Arbeitsgruppe im Bundesgesundheitsministerium arbeitet noch an Vorschlägen, um die steigenden Haftpflichtprämien bei Hebammen in den Griff zu bekommen. Ergebnisse sollten im Herbst dieses Jahres vorliegen, hieß es im Juli. (jvb)

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