Ärzte Zeitung App, 17.01.2014
 

Neujahrsempfang

Viel Applaus für Köhler

Ehre, wem Ehre gebührt: Rund 600 Vertreter aus Medizin, Wirtschaft und Politik haben am Donnerstagabend den scheidenden KBV-Chef Andreas Köhler gewürdigt. Der konnte sich jedoch eine Spitze Richtung Politik nicht verkneifen.

Von Sunna Gieseke

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Genießen den Empfang der Ärzte: Ulrich Weigeldt (Hausärzteverband) , Birgit Fischer (vfa), Edgar Franke (SPD) und Minister Hermann Gröhe (CDU). (von l.)

© Pilick

BERLIN. Zum Schluss gab es sogar tosenden Applaus wie bei einer Opernpremiere: Von einer Erstaufführung konnte jedoch keine Rede sein, schließlich hat der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Köhler, bereits viele Reden auf den Neujahrsempfängen der Ärzteschaft im Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) gehalten.

Die Besonderheit in diesem Jahr: Am Morgen hatte Köhler aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt zum 1. März bekannt gegeben. Diese Ankündigung hatte vor allem Bedauern unter den Ärzten ausgelöst.

Doch bei allem Lob konnte sich der streitbare Köhler nicht ohne eine kleine Spitze in Richtung des anwesenden Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) verabschieden: "Die Politik sollte den Mut haben, genau hinzuschauen und zu prüfen, wo es wirklichen Handlungsbedarf gibt und was eher Luxusprobleme sind."

Gemeint war die Diskussion um Wartezeiten auf einen Facharzttermin. Diese seien in Deutschland "vergleichsweise kurz", betonte der KBV-Chef. Zwei Drittel der Bundesbürger erhielten entweder sofort oder innerhalb von drei Tagen einen Termin.

"Das heißt nicht, dass es in diesem Bereich keine Probleme gibt", räumte Köhler ein. Manche Wartezeit auf einen Termin beim Spezialisten sei in der Tat zu lang. Hier bedürfe es jedoch einer sinnvollen Differenzierung statt einer Regelung nach dem Rasenmäher-Prinzip, die überdies zusätzliche Bürokratie schaffen würde.

"Der Nachfolger steht jetzt bereits unter uns"

"Wir arbeiten bereits an Lösungsvorschlägen und werden diese zeitnah in die Diskussion einbringen", betonte Köhler.

Minister Gröhe betonte, dass Unzulänglichkeiten bei den Wartezeiten keine Einzelfälle seien. Im Koalitionsvertrag hatte sich Schwarz-Rot auf eine Vier-Wochen-Frist bei Facharztterminen geeinigt.

Koordiniert werden soll die Terminvergabe über Servicestellen. Gröhe sagte zu den Lösungsvorschlägen der Ärzte: Wenn diese ihren Sinn entfalteten, hätten die Servicestellen wenig zu tun.

Der Minister betonte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Ärzten. Gleichzeitig ermahnte er: "Für die ärztliche Selbstverwaltung wünsche ich mir einen kollegialen und respektvollen Umgang."

Darauf sei die Funktionsfähigkeit der ärztlichen Selbstverwaltung angewiesen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stehe jetzt vor wichtigen Personalentscheidungen.

Wer Köhlers Nachfolge antritt, ist noch offen. "Doch eines ist klar", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, "der Nachfolger steht jetzt bereits unter uns."

Lesen Sie dazu auch:
Wartezeiten: Gröhe und Ärzte mit unterschiedlichen Lösungen

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