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Ärzte Zeitung online, 04.03.2014

Wartezeiten

Sachsen-Anhalts Vertragsärzte geben Koalition Kontra

Wartezeiten: Vertragsärzte geben Koalition Kontra

Innerhalb von vier Wochen sollen Patienten einen Termin beim Facharzt erhalten, so will es die Große Koalition. Sachsen-Anhalts Vertragsärzte befürworten eine andere Lösung.

MAGDEBURG. Sachsen-Anhalts Vertragsärzte lehnen die staatlich verordnete Termingarantie bei niedergelassenen Fachärzten ab. Eine entsprechende Resolution wurde in der Vertreterversammlung Ende Februar verabschiedet.

Aufgrund überdurchschnittlicher Morbidität und niedrigerer Arztdichte behandelten Sachsen-Anhalts Haus- und Fachärzte etwa ein Viertel mehr Patienten als im Bundesdurchschnitt.

Zu lange Wartezeiten seien Ergebnis zunehmender Behandlungsbedarfe älterer, multimorbider Patienten, neuer Möglichkeiten aufgrund innovativer Medizintechnik, aber auch von Budgetierung und Rationierung der ärztlichen Honorierung.

John: Politiker-Forderung geht an Realität vorbei

Dr. Burkhard John, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA), verwies auf die Lücke zwischen notwendiger und tatsächlicher Finanzierung der ambulanten Versorgung, die im Bundesland bei 16,9 Prozent liege.

Die Politik müsse deshalb künftig ausschließen, dass morbiditätsbedingte Finanzmittel, die den Krankenkassen zugewiesen worden sind, der ambulanten Versorgung vorenthalten werden.

Doch auch ungeachtet dessen gehe die pauschale Forderung der Politiker nach Ansicht Johns an der Realität vorbei. "Entscheidend ist, Patienten in der ihrer Erkrankung entsprechenden Versorgungsebene zu behandeln."

Einer staatlich verordneten Terminvergabe sei deshalb eine Steuerung direkt über den behandelnden Arzt vorzuziehen.

In Sachsen-Anhalt gebe es bereits gute Erfahrungen mit "besonders dringlichen Überweisungen", die bei entsprechender Notwendigkeit nicht selten sogar direkt mit dem weiterbehandelnden Facharzt abgestimmt werden. (zie)

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