Ärzte Zeitung online, 02.04.2014

Facharzt-Überweisung

Hamburger KV-Delegierte warnen vor Fristen

Die Vertreter der KV Hamburg lassen keinen Zweifel: Verzögerungen im Überweisungsablauf hat allein die Politik zu verantworten.

HAMBURG. Die Vertreterversammlung der KV Hamburg erwartet eine unnötige Bürokratielast und Bindung von Ressourcen, wenn das Überweisungsgeschehen reguliert wird.

Die Vertreter bezeichneten die von der Regierung geplanten Regelungen als "sachlich unangebracht und prozedural unzweckmäßig". Eine Verbesserung der Situation können sie sich dagegen durch eine Abkehr von Budgetierung und politisch gewollter Leistungsdrosselung vorstellen.

Einen sachlichen Grund für die von der Regierung geplante vierwöchige Frist, nach der ein Patient beim niedergelassenen Facharzt einen Termin erhalten soll, sehen die KV-Vertreter nicht. "Die Überweisung an Facharztpraxen funktioniert in Deutschland - auch im europaweiten Vergleich - überwiegend gut.

Zwei Drittel aller Patienten erhalten ihren Facharzttermin innerhalb von drei Tagen", heißt es in einer Resolution der Vertreterversammlung. Wartefristen und Verzögerungen im Überweisungsablauf hätten ihre Ursache in der sozialpolitisch vorgegebenen Verknappung der ärztlichen Ressourcen durch Budgetierung und Fallzahl-Begrenzung.

Die Kliniken halten die Vertreter nicht für geeignet, die ambulante Versorgung zu verbessern. Nach den Plänen sollen sich Patienten wie berichtet in Kliniken ambulant behandeln lassen können, wenn sie nicht innerhalb der vier Wochen einen Termin bekommen. Die Honorierung soll in diesem Fall aus dem ambulanten Topf erfolgen.

"Das dabei vorgesehene Abfließen von Budgetmitteln aus dem ambulanten in den stationären Sektor wird in den deutschen Facharztpraxen unmittelbar zu weiterer Drosselung der vorhandenen Versorgungskapazitäten führen. Die Wartezeiten der Patienten werden so eher zunehmen und die Konsultationszeiten für den einzelnen Patienten abnehmen", prognostiziert die Vertreterversammlung.

"Ärztliche Kommunikation zwecks dringlicher kollegialer Mitbetreuung" sei bereits "allgemeiner professioneller Standard". (di)

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