Ärzte Zeitung, 22.08.2014

Westfalen-Lippe

Streit um zu viel gezahltes Honorar

Können Abschlagszahlungen beim Honorar aus verschiedenen Quartalen miteinander verrechnet werden? Darüber streiten die Hausarztverbände in Nordrhein-Westfalen mit der AOK Nordwest. Jetzt schalten die Verbände das Schiedsamt ein.

Streit um zu viel gezahltes Honorar

Zank um Honorarzahlungen: Das Schiedamt soll zwischen Hausärzteverbänden und AOk Nordwest jetzt schlichten.

© fotomek / Fotolia.com

KÖLN. In Westfalen-Lippe dauert die Auseinandersetzung zwischen dem Hausärzteverband und der AOK Nordwest über die Abrechnung im Hausarztvertrag an.

Der Verband kritisiert, dass die Kasse erst unter juristischem Druck die volle Abschlagszahlung für das zweite Quartal 2014 geleistet hat.

Dabei geht es um 450.000 Euro. Den Betrag hatte die AOK Nordwest wegen einer Überzahlung 2013 einbehalten.

Eine solche Verrechnung sei nicht möglich, betont der Vorsitzende des Hausärzteverbands Westfalen-Lippe Dr. Norbert Hartmann. "Wenn eine Kasse Geld zurückfordern will, muss sie es arztindividuell tun."

Der Verband hatte beim Sozialgericht Dortmund ein Eilverfahren eingeleitet, um an das ausstehende Geld zu kommen. Erst dann habe die AOK gezahlt, berichtet Hartmann.

Widerstand gegen HzV?

Er sieht in dem Verhalten einen Ausdruck des grundsätzlichen Widerstands gegen die hausarztzentrierte Versorgung.

Die Schwierigkeiten lägen aber auch an der Konstruktion der Ende 2011 auf den Weg gebrachten Schiedsverträge für NRW, räumt er ein. "Die Kassen sind nach wie vor nicht in der Lage, uns mitzuteilen, wie viel Geld zur Verfügung steht."

Um langfristig für Abhilfe zu sorgen, haben die Hausarztverbände in Nordrhein und Westfalen-Lippe das Schiedsamt angerufen. In Kürze werde es ein Gespräch zwischen Hausärzten und Kassen geben, kündigt Hartmann an.

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Nordwest Martin Litsch bedauert, dass der Hausärzteverband bei dem Streit über die Rückzahlung die Öffentlichkeit statt das Gespräch mit der Kasse gesucht hat.

Er bleibt dabei, dass die Hausärzte das zu viel gezahlte Honorar zurückzahlen müssen. Die AOK Nordwest habe die Verrechnung dieser Beträge rückgängig gemacht, um eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zu ermöglichen, so Litsch. (iss)

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