Ärzte Zeitung online, 23.10.2014

Ärztekammer-Wahl Hamburg

Vorwürfe gegen Montgomery

Aufregung im Hamburger Kammer-Wahlkampf: Der Vorsitzende der KV-Vertreterversammlung, Dr. Dirk Heinrich, attackiert Kammerpräsident Professor Frank Ulrich Montgomery massiv und wirft ihm einen "verbalen Tiefschlag" vor.

HAMBURG.Grund für die Unstimmigkeiten sind Wahlkampfbriefe, die Montgomery als Spitzenkandidat seiner Liste, des Marburger Bundes, verschickt hat. In einigen dieser zielgruppenspezifisch abgefassten Schreiben geht der amtierende Bundes- und Hamburger Kammerpräsident zum Start der Kammerwahl in Hamburg auf auch den Neubau der KV ein.

Heinrich, der auf einer konkurrierenden Liste antritt, spricht von einem "in der Geschichte der ärztlichen Selbstverwaltung einmaligen Vorfall". Er vermutet in dem Schreiben "offenen Angriff gegen die Schwester-Organisation".

In dem Schreiben hatte Montgomery die Entscheidung der KV, ihr 40 Jahre altes Verwaltungsgebäude neu zu bauen, thematisiert und zugleich die Entscheidung der Kammer, dieses zuvor gemeinsame Domizil zu verlassen und ein Mietobjekt zu beziehen, als sparsam bezeichnet.

Schon im Vorfeld Kritik

Schon im Vorfeld hatte Montgomery die Entscheidung für den KV-Neubau mit den Worten "wir können unseren Mitgliedern keine Beitragserhöhung zumuten, weil wir schöner wohnen wollen" begleitet.

Heinrich sprach von einem "Tiefpunkt des Verhältnisses zweier ärztlicher Körperschaften." Es sei zudem "nicht gerade präsidial, einen Tag vor dem Versand der Wahlunterlagen mit einem Brief an die niedergelassenen Hamburger Ärzte Stimmung zu machen."

Für Heinrich ist dieses Vorgehen "mit einer ordnungsgemäßen Amtsführung eines amtierenden Kammerpräsidenten nicht vereinbar". "Jenseits aller rechtlichen Fragen ist aber die Frage erlaubt, ob solche Tiefschläge eines Bundesärztekammerpräsidenten würdig sind", so Heinrich.

Montgomery hält auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung" an der Kritik fest und legt nach: "Seit 2000 diskutieren wir mit der KV über einen Neubau. Die KV wollte immer zu groß, zu teuer, zu repräsentativ".

Der Auszug der Kammer und die Entscheidung für ein Mietobjekt sei eine "vernünftige Lösung". Erstaunt zeigte sich Montgomery, dass die KV trotz der langen Diskussion keine Rücklagen für den Neubau gebildet habe. (di)

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