Ärzte Zeitung, 30.01.2015

Nordrhein-Westfalen

Klinikreform: Kammern zeigen Flagge

KÖLN. In Nordrhein-Westfalen wollen sich die beiden Ärztekammern aktiv in die Vorbereitung einer Krankenhausreform einmischen.

Die Ärztekammer Nordrhein und die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) haben eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe gegründet, die sich in die Debatte über die Eckpunkte der Bund-Länder-Kommission zur Reform einbringen soll.

Die deutschen Gesundheitspolitiker lebten nach wie vor in der Vorstellung, dass Krankenhäuser reihenweise abgebaut werden müssten, sagte ÄKWL-Präsident Dr. Theodor Windhorst bei der Kammerversammlung.

"Dieser Sicht müssen wir im Sinne einer guten stationären Patientenversorgung laut widersprechen."

Windhorst warnte davor, Krankenhausplanung isoliert zu betrachten und die stationäre und ambulante Versorgung gegeneinander auszuspielen.

"Was wir vielmehr brauchen, ist eine strategische und sektorenübergreifende Planung, die ambulant und stationär zusammenbringt", sagte er.

Zumindest bei der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne), die Mitglied der Bund-Länder-Kommission ist, rennt Windhorst damit offene Türen ein.

Steffens fordert seit Längerem, dass die Länder die Möglichkeit erhalten, sektorübergreifend zu planen, konnte sich damit aber bislang nicht durchsetzen.

Der ÄKWL-Präsident sieht auch die Pläne der Bund-Länder-Kommission kritisch, den Aufgabenkatalog des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) auszuweiten.

Das Gremium sei nicht gerade für seine flinke Arbeitsweise berühmt. Zudem gelte der GBA manchen als "Blackbox". "Dabei braucht gerade die Reform der Krankenhausversorgung Transparenz", betonte Windhorst. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

TSVG-Dialog mit offenem Ende

Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteschaft haben beim mit Spannung erwarteten Dialog in Berlin die Klingen gekreuzt. Am Ende blieben Perspektiven für Kompromisse. mehr »

Impfmuffel gefährden globale Gesundheit

Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. mehr »

Varizellen-Impfung – ein Segen für Kinder

Seit 2004 wird allen Kindern die Impfung gegen Windpocken empfohlen. Der Schutz ist eine Erfolgsgeschichte: Die Krankheit wurde zurückgedrängt und mögliche schwere Komplikationen werden vermieden. mehr »