Ärzte Zeitung, 11.02.2015

Agenda

Kliniken und die Pflege stehen im Fokus

Brandenburgs Sozialministerin Golze stellt ihre Agenda vor. Ambulante Versorgung kommt darin nicht vor.

POTSDAM. Neben der Bekämpfung der Kinderarmut stehen bei Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) auch die Krankenhäuser und Pflege oben auf der Agenda für ihre Amtszeit.

Seit 100 Tagen ist die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie nun im Amt. Aus diesem Anlass stellte die Politikerin ihre Arbeitsschwerpunkte für die nächsten fünf Jahre vor.

"Oberste Priorität", so Golze, hat dabei die Bekämpfung der Kinderarmut, von der in Brandenburg jedes vierte Kind bedroht sei.

Golze will deshalb in diesem Jahreinen "Runden Tisch" initiieren, "um gemeinsam mit staatlichen und gesellschaftlichen Akteuren Lösungsstrategien und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln".

Auf die Liste der Arbeitsschwerpunkte hat die Ministerin außer der Arbeitsmarktpolitik auch die Weiterentwicklung der Krankenhäuser gesetzt. Die Landesregierung werde mindestens 400 Millionen Euro in die Kliniken investieren.

"Mit diesen Mitteln werden die Kliniken beim medizinischen Fortschritt, der Geräteausstattung und bei baulichen Maßnahmen unterstützt", heißt es in einer Pressemitteilung.

Außerdem sollen die Krankenhäuser für "die bestmögliche regionale Versorgung" weiterentwickelt werden. Wichtig sei es, auch in Zukunft in allen Regionen Brandenburgs ein gut erreichbares stationäres Angebot zu haben.

Dafür seien mehr Kooperationen zwischen stationären und ambulanten Akteuren nötig. "In Zukunft werden nicht alle Krankenhäuser alles machen, sondern viele werden sich weiter spezialisieren", so Golze.

Mit einer Pflegeoffensive will die Ministerin außerdem die "Pflegeversorgung der Zukunft" sichern. Weil in Brandenburg rund 77 Prozent aller Pflegebedürftigen zuhause versorgt werden, sei es wichtig, frühzeitige Hilfen vor Ort zu organisieren.

So bräuchten pflegende Angehörige bessere Unterstützung, niedrigschwellige Betreuungsangebote müssten ausgebaut und über neue Wohnformen im Alter beraten werden. (juk)

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