Ärzte Zeitung online, 26.03.2015

Gesundheitskongress

Appell für eine schlankere Qualitätssicherung

Qualitätssicherung soll praktikabel, effizient und justiziabel sein. Dafür müsse sie schlanker und zielorientierter werden. Dafür appellierte der Leiter des im Aufbau befindlichen Instituts für Qualitätssicherung auf dem "Gesundheitskongress des Westens".

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Maßnahmen der Qualitätssicherung können nur effektiv sein, wenn sie für Ärzte und die anderen, die in der Gesundheitsversorgung tätig sind, Sinn machen.

Das ist für den Leiter des neuen Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) Dr. Christof Veit entscheidend.

"Qualität verbessern können nur die, die Patienten versorgen", sagte Veit beim "Gesundheitskongress des Westens 2015" in Köln.

Patientenversorgung darf nicht gestört werden

Das IQTiG wolle die Qualitätssicherung praktikabel, effizient und justiziabel machen. "Bevor wir mehr an Qualitätssicherung machen, müssen wir sie schlanker und zielorientierter machen", sagte der Chirurg.

Die Instrumentarien müssten dabei so ausgestaltet sein, dass sie die Patientenversorgung nicht stören.

Anbieter mit permanent schlechter Qualität müssten zwar aussortiert werden. Das sei aber nicht das primäre Ziel, betonte Veit. "Es wäre fahrlässig zu denken, dass die Eliminierung von ein bis zwei Prozent Qualitätssicherung wäre."

Die Anstrengungen sollten auch auf die Frage gerichtet sein, wie sich die hochqualifizierte Versorgung auch morgen noch finanzieren lässt. Das gehe nicht über die Ausgrenzung der Schlechten, sondern über die Weiterentwicklung der Strukturen.

Qualität muss aus seiner Sicht so dargestellt werden, dass sie Orientierung gibt. "Ich stelle mir vor, dass wir künftig exzellente Qualität, gute, verbesserungsfähige und nicht akzeptable Qualität haben", sagte er.

Ob jemand in einem Ranking auf Platz 17 oder 18 steht, spiele dagegen keine Rolle.

Qualitätssicherung kann nach Einschätzung Veits auch dazu beitragen, auf ökonomisch bedingte Fehlentwicklungen hinzuweisen.

Beispiel: Die neonatale Sterblichkeit steigt nach einer drastischen Kürzung des Personals. "Qualitätssicherung kann ein Instrument sein, um zu sagen: Wir brauchen mehr Ressourcen." (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »