Ärzte Zeitung online, 11.05.2015

Hausärzteverband fordert

Finger weg von der Honorartrennung!

Kurz vor dem offiziellen Start des Ärztetages in Frankfurt hat sich der Deutsche Hausärzteverband mit Attacken auf die KBV und die Bundesärztekammer zu Wort gemeldet.

Von Florian Staeck

FRANKFURT/MAIN. Mit Attacken auf die KBV und die Bundesärztekammer hat sich der Deutsche Hausärzteverband zu Wort gemeldet.

Die BÄK habe "wenig bis nichts" für die Förderung der hausärztlichen Versorgung getan, sagte Hausärzte-Verbandschef Ulrich Weigeldt am Montag in Frankfurt.

Es sei daher symptomatisch, dass die BÄK erwäge, die Akademie für Allgemeinmedizin abzuschaffen (wir berichteten).

Aufweichung der "bewährten Honorartrennung"?

Scharf griff er die Bestrebungen von "Teilen der KBV" an, die hausärztliche Versorgungsebene "auszuhöhlen".

Diese sieht er in dem Versuch, Hausärzte und einen Teil der Fachärzte unter dem Begriff der "Grundversorger" zusammenzuführen.

"Die KBV versucht schleichend, die bewährte Honorartrennung zwischen Haus- und Fachärzten aufzuweichen", mutmaßte Weigeldt.

Erfreut zeigte sich er sich demgegenüber über die jüngst bekannt gewordenen Änderungen am geplanten Versorgungsstärkungsgesetz durch Gesundheitspolitiker von Union und SPD.

Das Konsenspapier sieht vor, dass Kompetenzzentren in der Allgemeinmedizin mit fünf Prozent der gesamten Fördersumme unterstützt werden sollen.

Dicht dran am Deutschen Ärztetag

Die "Ärzte Zeitung" ist für Sie beim 118. Deutschen Ärztetag vom 12. bis 15. Mai direkt "am Ball" - live und auch in Farbe:

Videos von allen wichtigen Events

Twitter live vom Geschehen über #daet15 oder www.twitter.com/aerztezeitung.

Unsere aktuellen Berichte im Überblick: www.aerztezeitung.de/aerztetag15

Dass nun einzelne Facharztgruppen ebenfalls gefördert werden sollen, entspreche dem "Kindergartenprinzip des ‚Ich auch‘", kritisierte Weigeldt.

Die auf dem Ärztetag angesetzte Diskussion über die Reform der GOÄ sieht der Verbandsvorsitzende mit Skepsis.

In den derzeitigen Entwürfen seien keine spezifischen hausärztlichen Leistungen untergebracht, monierte Weigeldt.

Schub für die HzV erwartet

Er plädierte in diesem Zusammenhang für einen Zuschlag H1 für die Versorgung chronisch Kranker in der Praxis und für einen Zuschlag H2 für den Einsatz der Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH).

Verbands-Hauptgeschäftsführer Eberhard Mehl verwies auf den "großen Grundkonsens" in allen regionalen Verbandsteilen, dass die hausarztzentrierte Versorgung als Alternative zur Regelversorgung ohne Beteiligung der KVen etabliert werden sollte.

Durch den bald erwarteten Schiedsspruch für Sachsen und die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen erwartet Mehl einen weiteren Schub für die HzV.

Er gehe davon aus, dass diese Versorgungsform sich bis Ende des Jahres flächendeckend in Deutschland etabliert habe.

Für das Jahr 2017 gab Mehl als "ehrgeiziges Ziel" aus, dass dann acht bis zehn Millionen Versicherte im Rahmen der HzV versorgt würden.

Aktuell sind nach seinen Angaben bundesweit mehr als 3,7 Millionen Patienten und über 16.000 Hausärzte in die HzV eingeschrieben.

[11.05.2015, 21:37:51]
Dr. Henning Fischer 
mit fünf (?) Jahren Verspätung kommt sie jetzt
die HzV nach Westfalen-Lippe

Wahrlich eine Erfolgsstory.

Wenn es so rasend schnell weitergeht.
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »