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Ärzte Zeitung, 01.06.2015

KV Nordrhein

Mehr Beratung für die Ärzte

Ob bei Abrechnung, Praxismarketing und -strategie oder der Neuniederlassung: Die KV Nordrhein päppelt gerade ihr Beratungsangebot für Ärzte auf. Und stellt insbesondere Neugründern einen Lotsen zur Seite.

Von Ilse Schlingensiepen

Mehr Beratung für die Ärzte

Das Beratungsgespräch beinhaltet auch, dass der Arzt - anhand seiner Praxisunterlagen - ausführliche Analysen zu seiner Problematik erhält.

© J. Dietl / fotolia.com

DÜSSELDORF. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) will das Beratungsangebot für ihre Mitglieder verbessern.

Dabei geht es nicht nur darum, den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten neue Dienstleistungen anzubieten, sondern auch darum, die vorhandenen Angebote besser zu verzahnen.

"Was wir brauchen, ist eine integrierte Beratung", sagt Vorstand Bernhard Brautmeier. Wenn ein Arzt Fragen zu verschiedenen Sachgebieten hat, dann muss er künftig nicht zu mehreren Ansprechpartnern, sondern die KVNo organisiert ein Gespräch, an dem die jeweils Zuständigen teilnehmen.

Der Ausbau der Beratung ist nach Einschätzung Brautmeiers nötig, weil die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit ständig steigenden Anforderungen konfrontiert werden.

"Was an gesetzlichen Vorschriften auf unsere Mitglieder niederprasselt, ist immer schwerer zu bewältigen." Damit will die KVNo die Ärzte nicht allein lassen.

"Wir haben festgestellt, dass unsere Beratungsangebote und -leistungen nicht immer aufeinander abgestimmt waren", sagt Norbert Effenberg, der für die zentrale Koordination der Beratungsangebote zuständig ist.

Um den Service für die Mitglieder zu verbessern, habe die KVNo alle Angebote auf den Prüfstand gestellt und erhoben, wo das Know-how noch ausgebaut werden muss.

Sieben Unterstützungs-Bereiche

Die KVNo bietet Unterstützung in sieben Bereichen: Abrechnung, Niederlassung, IT, Verordnung, Hygiene, Hilfsmittel und Verfahrensablauf bei Prüfverfahren.

Der zentrale Bereich ist die Niederlassungsberatung, die alle betriebswirtschaftlichen Aspekte rund um die Niederlassung, die Führung der Praxis und die Abgabe umfasst.

Hier hat die KV zwei Module neu in das Beratungsangebot aufgenommen, und zwar Praxisführungsstrategie und Praxismarketing. Neu ist auch die Einführung von Lotsen, die Ärzte vom Zeitpunkt vor der Niederlassung über zwei Jahre begleiten und bei Fragen rund um die niedergelassene Tätigkeit zur Seite stehen.

"Wichtig ist die Qualifikation der Berater", betont Effenberg. Vorausgesetzt wird ein akademischer Abschluss, zusätzlich erhalten die Mitarbeiter eine interne Qualifikation für die Beratungstätigkeit.

Zurzeit hat die KVNo 23 Berater beschäftigt, die von Serviceteams unterstützt werden. Sie machen mehr als 2000 Beratungen im Jahr. Ihre Angebote sind für die Nutzer kostenlos.

Die Ärzte können sich auf die Verschwiegenheit der Mitarbeiter verlassen, betont Brautmeier. "Was beraten wird, bleibt beim Berater", sagt er.

Fehlentscheidungen vermeiden

"Die Arbeit ist sehr vielfältig, weil die Ärzte mit allen Anliegen aus der Praxis zu uns kommen", berichtet Alexander Konrad, der seit sieben Jahren in der betriebswirtschaftlichen Beratung tätig ist. Ein Erstgespräch dauert nach seinen Angaben eine Dreiviertelstunde bis eine Stunde.

Kommt der Arzt mit Unterlagen aus seiner Praxis, können es leicht zwei Stunden werden. Hinterher erhält der Arzt ausführliche Analysen.

"Wir wollen die Mitglieder vor Fehlentscheidungen bewahren, die dazu führen können, dass das Unternehmen Arztpraxis nicht mit Erfolg geführt wird", erläutert Brautmeier.

Er nennt das Beispiel eines Orthopäden, der gemeinsam mit einer Phlebologin einen Physiotherapeuten anstellen wollte. Die Analysen hätten gezeigt, dass die zusätzlichen Einnahmen durch die Beschäftigung des Physiotherapeuten bei Weitem nicht gereicht hätten, um ihn zu bezahlen.

Die KVNo könne zudem vor der Anschaffung eines Gerätes für einen Arzt berechnen, ob die Anschaffung Sinn macht. IT-Berater Franz-Josef Eschweiler berichtet von einem Arzt, dem ein EDV-Händler ein neues Computersystem verkaufen wollte.

Er brauchte aber nur einen Internetanschluss und einen PC. "Wir haben der Praxis 20.000 Euro eingespart", sagt er.

Nicht nur die Ärzte und Psychotherapeuten sollen von der Verbesserung der Angebote profitieren. Sie hat für die KVNo auch eine strategische Bedeutung.

"Wir wollen uns noch stärker als Dienstleister positionieren", sagt Brautmeier.

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