Ärzte Zeitung, 31.07.2015

Absage an Bremer Modell

Freigabe von Cannabis? Nicht im Saarland!

Eine Legalisierung von Cannabis kommt im Saarland nicht in Frage. Mehr als 100 Behandlungen in Folge des Konsums gab es hier im vergangenen Jahr.

SAARBRÜCKEN. Das Saarland lehnt den Vorstoß Bremens für eine Legalisierung von Cannabis strikt ab.

"Cannabis darf als Einstiegsdroge nicht verharmlost werden", sagte der saarländische Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) der "Ärzte Zeitung".

Cannabis-Konsum führe außerdem zu mehr psychischen Erkrankungen. Das Saarland lehne daher eine Lockerung der bisherigen gesetzlichen Bestimmungen ab.

Für den CDU-Politiker zählt auch nicht das Argument, mit einer Legalisierung von Cannabis den Schwarzmarkt auszutrocknen und die Polizei zu entlasten.

"Ich bin Gesundheitspolitiker und muss mich der Realität stellen", so Kolling. "Mein Ziel ist es, die gesundheitlichen Folgen dauerhaften Cannabis-Konsums zu unterbinden".

Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums konsumieren schätzungsweise 30.000 Menschen im Land Cannabis. Mehr als 100 hätten als Folge im vergangenen Jahr behandelt werden müssen.

Als erster Länder-Regierungschef hatte sich kürzlich der Bremer Senatspräsident Carsten Sieling (SPD) für eine Legalisierung von Cannabis ausgesprochen.

Sieling hatte erklärt, der rotgrüne Senat denke auch über eine zentrale Cannabis-Abgabestelle für Volljährige nach. (kin)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[01.08.2015, 16:24:12]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Tu felix Saarland

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Dieses Training hält jung

Forscher haben in einer Studie Trainingsformen identifiziert, die die Zellalterung verlangsamen: Wer sein Leben verlängern will, sollte wohl eher aufs Laufband als in die Muckibude. mehr »

Zoster-Impfempfehlung für Senioren und chronisch Kranke!

Gürtelrose ist weit verbreitet und die Therapiemöglichkeiten gegen die neuropathischen Schmerzen sind begrenzt. Die STIKO rät daher nun zum Impfschutz in Risikogruppen. mehr »

Widerspruchsregelung spaltet Ethikrat

Auch im Deutschen Ethikrat wird über die Organspende kontrovers diskutiert: Manche Mitglieder sehen eine Widerspruchslösung pragmatisch und als zumutbar für die Bürger, andere Probleme mit der Verfassung. mehr »