Ärzte Zeitung online, 25.09.2015

Vergütung

Laborärzte schlagen Alarm

Der Berufsverband warnt: 290 Millionen Euro an Vergütung für Haus- und Fachärzte versickern im System.

Von Anno Fricke

BERLIN. Der Berufsverband der Laborärzte (BDL) fordert tiefgreifende Änderungen an der Vergütungssystematik.

290 Millionen Euro, die Haus- und Fachärzten als Wirtschaftlichkeitsbonus ausgezahlt würden, sollten besser zur Qualitätsförderung eingesetzt werden als - wie derzeit - für eine weitgehend wirkungslose Mengenbegrenzung.

Das geht aus einem Gutachten hervor, das der BDL beim Institut für Mikrodatenanalyse in Kiel in Auftrag gegeben hat.

So sollten die zuweisenden Haus- und Fachärzte stattdessen dafür ein Entgelt bekommen, die Güte der Probengewinnung und -vorbereitung zu verbessern, sagte Institutsleiter Dr. Thomas Drabinski bei der Vorstellung erster Ergebnisse der Analyse am Freitag in Berlin.

Eine E-Health-Pauschale könne zudem dazu beitragen, die Informationsübermittlung zwischen Ärzten und Laboren zu optimieren.

BDL-Vorsitzender Dr. Andreas Bobrowski warnte vor einem "Verschwinden des wohnortnahen Labors aus der Fläche". Ob man den Wirtschaftlichkeitsbonus besser verwerten könne, müsse dringend mit den Körperschaften diskutiert werden, um den Fortbestand des Fachs zu sichern.

Die Laborärzte führten gemeinsam mit anderen methodenorientierten Fächern Gespräche über einen möglichen Beitritt zum Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa), sagte Bobrowski der "Ärzte Zeitung".

Eine starke Vertretung sei notwendig. Im Gegensatz zu allen anderen Arztgruppen hätten die Laborärzte in den zurückliegenden Jahren keinen Ausgleich für die steigenden Personal und Materialkosten erhalten.

Abzüge der Kassenärztlichen Vereinigungen aufgrund von Skaleneffekten müssten ausgesetzt werden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass bei steigender Nachfrage die Preise sänken, so Bobrowski.

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