Ärzte Zeitung online, 29.09.2015

Gesetzliche Vorgabe

KBV richtet Terminservicestellen ein

Die KBV macht den KVen ein Angebot, wie Terminservicestellen eingerichtet werden können.

BERLIN. Nolens volens setzt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Vorgabe aus dem Versorgungsstärkungsgesetz um, Terminservicestellen einzurichten.

"Angesichts von rund einer Million erwarteter Flüchtlinge stelle sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Vorgabe", sagte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen am Dienstag in Berlin.

Bis zum 23. Januar 2016 sollen laut der Vorgabe die Terminservicestellen bei den KVen die Arbeit aufnehmen. Sie sollen Patienten binnen vier Wochen Facharzttermine vermitteln. Klappt das nicht, erhält der Patient Anspruch auf eine Behandlung im Krankenhaus.

Das Angebot der KBV sei eine "Lösung, die den gesetzlichen Auftrag umsetze und die Belästigungen in Grenzen halte", sagte Gassen.

Übergangsregelung wird vorbereitet

Die Handhabung werde für Ärzte und KVen einfach sein, versprach Dr. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik GmbH.

Am Mittwoch (30. September) ende die Ideensammlung von KVen und Softwarehäusern, wie das System in die Praxis-EDV implementiert werden könne.

Bis zum gesetzlich vorgegebenen Termin werde das System nicht komplett online gehen können, kündigte Fuhrmann an. Eine Übergangsregelung wird gleichzeitig vorbereitet.

Das Prinzip ist einfach: Fachärzte können freie Terminkontingente anmelden. Die KVen teilen sie bei Dringlichkeit den Patienten zu.

Man setze bei den Ärzten auf Freiwilligkeit, sagte Thomas Kriedel von der KV Nordrhein-Westfalen. Bedenken herrschen gleichwohl: Falls die Fachärzte zu wenige freie Termine anmeldeten, müsse man auch über "pekuniäre Incentives" nachdenken, sagte Gassen. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »