Ärzte Zeitung online, 10.11.2015

Streitpunkt Klinikreform

Eiszeit zwischen KBV und Regierung

Der Graben zwischen der großen Koalition und der KBV vertieft sich: Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Maria Michalk, hat in einem Schreiben an die KBV-Vorstände einen für Dienstag angesetzten Gesprächstermin abgesagt.

BERLIN. Der Graben zwischen der großen Koalition und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vertieft sich. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Maria Michalk (CDU), hat in einem Schreiben an die KBV-Vorstände Dr. Andreas Gassen und Regina Feldmann einen für den Dienstag (10. November) angesetzten Gesprächstermin abgesagt.

Als Grund führt Michalk eine Pressemitteilung der KBV zur Verabschiedung der Krankenhausstrukturreform am vergangenen Donnerstag (5. November) an.

KBV soll "polemische Kampagne" beenden

"Aufgrund der in der Pressemitteilung veröffentlichten Falschaussagen und der direkten Verleumdung der Gesundheitspolitik der großen Koalition sehe ich zurzeit keine Grundlage für konstruktive Gespräche zwischen der KBV und mir als Sprecherin der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion", heißt es wörtlich in dem Brief, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Ganz zugeschlagen hat Michalk die Tür nicht. Sobald sich die KBV wieder auf dem Boden des fachlichen Austauschs befinde und ihre polemische Kampagne gegen die Ziele unserer Gesundheitspolitik beende, sei sie gerne bereit, den Dialog wieder aufzunehmen, schreibt Michalk.

Die KBV hatte in ihrer Pressemitteilung der Gesundheitspolitik ein "Armutszeugnis" ausgestellt. "Keine Strategie, kein Weitblick, nur eine Verschiebung von Geldern, die für die ambulante Versorgung der Patienten gebraucht werden, in die leeren Kassen von Krankenhäusern", hieß es darin wörtlich.

Die Politik verabschiede sich vom Grundsatz "ambulant vor stationär", kritisierte die KBV. Die prekäre Finanzsituation vieler Krankenhäuser solle durch einen Griff in die Taschen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten gelindert werden. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[10.11.2015, 17:54:19]
Dr. Henning Fischer 
Mist am laufenden Band fabrizieren

und die beleidigte Leberwurst spielen, wenn es jemand anprangert.

Das sind die deutschen Gesundheitspolitiker mit Gröhe an der Spitze.

Und wie Seehofer und Schmidt werden die nie für ihre Fehler büßen müssen.

Es wird Zeit für Konsequenzen. Sonst macht uns die Politik endgültig platt.


 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

7 Forderungen für mehr Patientensicherheit

Mehr Engagement der Krankenhaus- und Pflegeheimleitungen für die Patientensicherheit hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) eingefordert. mehr »

Tödliche Meserattacke auf einen Arzt

16:45 hEin Mann hat in einer Offenburger Arztpraxis einen Mediziner erstochen und eine Helferin schwer verletzt. Die Tat ereignete sich am Donnerstagmorgen, wie die Polizei mitteilte. mehr »

Sind Light-Getränke nützlich oder schädlich fürs Herz?

Light-Getränke sind in Verruf gekommen, dick zu machen und Diabetes zu fördern. US-Experten nehmen Stellung zur Herzgesundheit von zuckerfreien Drinks - und differenzieren. mehr »