Ärzte Zeitung, 17.11.2015

Kommentar zu Krankenhausplanung

Vorsichtige Annäherung

Von Angela Misslbeck

Berlin und Brandenburg streben eine gemeinsame Krankenhauplanung an. Diese Kooperation ist nur zu begrüßen, denn tatsächlich hinkt die Planung der Realität hinterher. Schon lange suchen Brandenburger - nicht nur aus dem unmittelbaren Berliner Umland - die Kliniken der Hauptstadt auf.

Da zudem viele Brandenburger in Berlin arbeiten, wenden sie sich auch in Notfällen tagsüber an Berliner Notaufnahmen. Eine gemeinsame Krankenhausplanung verspricht daher eine bessere Abbildung dieser Realität. Sie wirkkräftig umzusetzen, wird jedoch eine Menge politischen Willen und Feingefühl auf beiden Seiten erfordern.

Bleibt die aktuelle Parteienkonstellation in den für Gesundheit zuständigen Verwaltungen erhalten, gilt es zudem politische Differenzen hintenan zu stellen. Somit sind die Voraussetzungen für eine länderübergreifende Planung derzeit nicht gerade günstig. Daher verwundert es nicht, dass der aktuelle Krankenhausplan für Berlin in der Hauptstadt allein entwickelt wurde.

Ob den Ankündigungen zur Kooperation Taten folgen, bleibt zu beobachten. Schon in der Vergangenheit sind Verabredungen zwischen den Nachbarn nicht eingehalten worden. Sonst gäbe es in Berlin seit Jahren keine neuen Reha-Kliniken und in Brandenburg keinen Gesundheitscampus.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Reiseimpfungen 2018 – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

Mehr Trinken bringt kranken Nieren nichts

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion einen höheren Wasserkonsum nahezulegen, nützt nicht viel: Die Harnmenge nimmt etwas zu, doch die Nierenfunktion verbessert sich nicht. mehr »

Drogenbeauftragte möchte keine "Legalisierungsdiskussion"

Die Zahl der Rauschgiftdelikte steigt und steigt, wie die neueste Statistik des Bundeskriminalamts zeigt. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung warnt vor einer "Normalität" beim Konsum bestimmter Drogen. mehr »