Ärzte Zeitung, 21.12.2015

Westfalen-Lippe

Nachvergütung für Psychotherapeuten kommt zügig

1500 Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe haben Anspruch auf eine Nachzahlung. Die KV kündigt noch für Dezember eine Abschlagszahlung an.

DORTMUND. Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten sollen in Westfalen-Lippe nicht lange auf dir Nachzahlungen für antragspflichtige Leistungen warten müssen.

Die KV Westfalen-Lippe (KVWL) will die Nachvergütung zügig umsetzen, kündigte KV-Vize Dr. Gerhard Nordmann bei der Vertreterversammlung in Dortmund an.

Der Bewertungsausschuss hatte im September rückwirkend ab 2012 eine lineare Erhöhung der Vergütung um 2,7 Prozent sowie einen Strukturzuschlag für bestimmte Praxen beschlossen. Da der Beschluss vom Bundesgesundheitsministerium nicht beanstandet wurde, sei er nun rechtskräftig, sagte Nordmann.

In Westfalen haben 1500 psychologische Psychotherapeuten und psychotherapeutisch tätige Ärzte gegen ihre Honorarbescheide Widerspruch eingelegt und damit jetzt einen Anspruch auf Nachzahlung.

"Wir haben uns entschlossen, noch im Dezember eine Abschlagszahlung auf die zu erwartende Nachvergütung zu leisten." Im kommenden Jahr folgt dann die genaue Endabrechnung.

Der Abschlag geht nur an KVWL-Mitglieder, deren Vergütungsanspruch nicht unter einer Mindestgrenze von 1000 Euro liegt. Bestrebungen der Kassen, den Beschluss nachträglich zu ändern und die Zuschlagsregelung nach unten zu korrigieren, erteilte Nordmann eine Absage.

Das sei eine Unverschämtheit. Die KVWL halte sich an ihre Zusagen, betonte er. "Wir werden auf Basis des rechtlichen Beschlusses rechnen, wir werden nicht zögern und die Psychotherapeuten nicht länger auf ihr Geld warten lassen." Seine Ausführungen kamen gut an.

"Soweit ich informiert bin, ist die KVWL die erste KV, bei der es eine Abschlagszahlung auf die Nachvergütung gibt", lobte Diplom-Psychologe Manfred Radau.

Die Nachzahlung ändere aber nichts daran, dass der Beschluss des Bewertungsausschusses grundsätzlich zu wünschen übrig lasse, sagte Radau.

Die Psychotherapeuten würden gegen den Beschluss vor den Landessozialgerichten klagen. Radau forderte die KVWL auf, die Klage der Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe zu unterstützen. (iss)

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