Ärzte Zeitung online, 23.12.2015

Hamburg

KV-Vertreter diskutieren Kurs der KBV

KV-Vorstand Plassmann sieht KBV-Vertreterversammlung auf dem richtigen Weg.

HAMBURG. Die KV Hamburg erkennt nach den langen Auseinandersetzungen in der KBV-Vertreterversammlung nun ernsthafte Bemühungen um Deeskalation. Ziel müsse es sein, im neuen Jahr wieder an politischem Einfluss in Berlin zu gewinnen.

"Die KBV-Vertreterversammlung ist auf dem richtigen Weg. Die Aufklärung verläuft in geordneten Bahnen", sagte KV-Vorstand Walter Plassmann auf der jüngsten KV-Vertreterversammlung in Hamburg.

Damit kommen nach langer Zeit der Kritik erstmals wieder aufmunternde Worte aus dem Norden in Richtung Berlin. Plassmann hält den eingeschlagenen Kurs für überfällig - schließlich werden im kommenden Jahr die Parteiprogramme für die nächste Bundestagswahl geschrieben.

Um bei Politikern Einfluss auf mögliche Inhalte ausüben zu können, müsse die KBV schnell wieder Gesprächspartner werden, mahnte Plassmann. Von seiner Kritik an KBV-Vorstandsmitglied Regina Feldmann rückte er aber nicht ab.

Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender der Hamburger Vertreterversammlung, forderte von der KBV "Ruhe und Professionalität". Dem KBV-Vorstand warf Heinrich vor, seiner Aufgabe nicht nachzukommen.

Von einem "Desaster" sprach Dr. Wolfgang Wesiack in Zusammenhang mit der KBV. "Was da an Flurschaden angerichtet wurde, ist nicht wieder gut zu machen", sagte der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Nach seiner Einschätzung hat die KBV ihren "Kredit komplett verloren".

Entgegengesetzt beurteilten die Hamburger Entscheidungsträger den Zustand des eigenen Hauses. Es sei gelungen, konstruktiv zusammen zu arbeiten. Auch zwischen KV-Vorstand und den Vertretern des Hausärzteverbandes, die in den vergangenen Jahren wiederholt Kritik geäußert hatten, hat sich die Atmosphäre deutlich entspannt.

Heinrichs Vorgänger Dr. Michael Späth verteilte gute Noten an den Vorstand, Plassmann und Heinrich an die Mitarbeiter der KV. Die erhalten in diesem Jahr eine Sonderprämie, etwa für das beim Umzug an den Interimsstandort gezeigte Engagement. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »