Ärzte Zeitung, 14.03.2016

Notfallversorgung

Portalpraxen für KV Thüringen kein Drama

Die sektorübergreifende Notfallversorgung steht für die KV ohnehin auf dem Programm. Portalpraxen müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

ERFURT. Die KV Thüringen (KVT) steht Portalpraxen für Notdienstpatienten, die außerhalb der Praxissprechstunden Krankenhäuser zur ambulanten Behandlung aufsuchen, aufgeschlossen gegenüber. Die KV strebe ohnehin eine engere Kooperation mit Kliniken durch sektorübergreifende Notfallversorgung an, hieß es.

So könne der Ansturm auf Krankenhaus-Notaufnahmen gebremst werden. Portalpraxen könnten dafür ein geeignetes Mittel sein - so der Tenor der Diskussionen bei der jüngsten Vertreterversammlung. Die Zahl der Menschen, die den Notdienst der Vertragsärzte aufsuchen oder sich in Klinik-Notaufnahmen ambulant behandeln lassen, steigt in Thüringen stetig.

Geplant sind Pilotprojekte in den größeren Thüringer Städten. Allerdings will die KV für die im Krankenhausstrukturgesetz vorgesehenen Portalpraxen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sehen.

 Als wichtigste Bedingung nannte die Vorstandsvorsitzende Annette Rommel deren Betrieb als KV-Eigeneinrichtungen sowie die organisatorische Fusion der an Kliniken bereits bestehenden KV-Notdienstzentralen mit den Notaufnahmen der Kliniken.

Unabdingbar ist für die Thüringer KV ein Triagesystem zur Feststellung der Dringlichkeit von Notfallbehandlungen vor dem Arztkontakt. Zudem dürften die Portalpraxen nur eine verbindlich beschränkte Diagnostik und Therapie bei Notfallpatienten anbieten.

Bisher sind an 24 Krankenhäusern im Land KV-Notdienstzentralen angedockt - oft direkt neben der Notfallaufnahme der Kliniken. "Wir haben in Thüringen praktisch schon 24 Portalpraxen", sagte Rommel.

Dass die Klinik-Notfallambulanzen dennoch hoch frequentiert werden - vor allem dort, wo der Bereitschaftsdienst der KV nicht im selben Haus sitzt - , führt immer wieder zu Diskussionen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Niedergelassene Ärzte wie auch Kliniken beklagen oft die "Anspruchshaltung" von Patienten, die sich vom Kliniknotdienst möglichst umgehend eine aufwändige Diagnostik erhoffen.

 Krankenhäuser wiederum dürfen Patienten nicht abweisen - auch wenn es sich nicht um Notfälle handelt. Von einem effizienten Triagesystem erhofft sich die KVT eine bessere Patientensteuerung. (zei)

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