Ärzte Zeitung, 24.03.2016
 

Sachsen-Anhalt

4,6 Prozent plus: Schiedsamt legt Honorar fest

Für den Honorarabschluss musste das Schiedsamt ran. Die KV sieht die hohe Morbidität nicht berücksichtigt.

MAGDEBURG. Ein Honorarplus von 36 Millionen Euro hat das Landesschiedsamt Sachsen-Anhalts Vertragsärzten für dieses Jahr zugestanden. Die KV Sachsen-Anhalt (KVSA) hatte sich mehr erhofft.

Eine um 18,7 Prozent höhere Vergütung als im Vorjahr entspräche nach Ansicht der KVSA der Morbidität im Bundesland. Nachweislich seien deutlich mehr Sachsen-Anhalter schwerer krank als in anderen Bundesländern.

Deshalb bekämen die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten in Sachsen-Anhalt auch mehr Geld aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich, reichten es aber nicht an die Ärzte weiter. Das wollten die Kassen so nicht akzeptieren. Wieder einmal wurde das Schiedsamt angerufen und entschied, die Vergütung um 4,6 Prozent zu erhöhen.

"Damit wurde unsere Grundforderung nach einer gerechten Honorierung, die die Morbidität in diesem Bundesland anerkennt und ihr entspricht, erneut abgelehnt", sagte KVSA-Vorstand Dr. Burkhard John. Aber auch die bereits bestehende oder drohende ärztliche Unterversorgung in vielen Regionen des Landes konnten die Kassen bewegen, die gesetzlich möglichen Optionen einer Vergütungsanpassung zu nutzen.

Ob die KVSA die Entscheidung annimmt oder Klage einreicht, soll erst festgelegt werden, wenn der Schiedsspruch schriftlich vorliegt.

Fakt ist, dass die Vergütung im Bundesland zwischen Arendsee und Zeitz pro Versichertem um rund zwei Prozent geringer ausfällt als im Bundesdurchschnitt. Dass Sachsen-Anhalts Ärzte dennoch recht gut verdienen, liegt an den überdurchschnittlich hohen Fallzahlen, die um über 20 Prozent über dem Bundesschnitt liegen.

Dennoch liegt der Honorarabschluss für 2016 nominell über dem Ergebnis anderer KV-Regionen: In Nordrhein sind 3,2 Prozent plus vereinbart worden, in Baden-Württemberg beläuft sich der Zuwachs der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung auf 3,6 Prozent, im Saarland auf drei Prozent. (zie)

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