Ärzte Zeitung, 21.06.2016

Schiefhals

Langfristige Physiotherapie bei Torticollis spasmodicus

ESSEN. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, die Indikation Torticollis spasmodicus ab 2017 in die Indikationsliste für langfristigen Heilmittelbedarf aufzunehmen. Voraussetzung dafür ist eine leitliniengerechte Therapie. "Für diesen Erfolg haben wir lange gekämpft", wird Ute Kühn, Vorsitzende der Deutschen Dystonie-Gesellschaft (DDG), in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zitiert.

 Damit werde vielen Dystonie-Patienten ein langer Weg über Einzelfallentscheidungen erspart.

Der Beschluss gilt vorbehaltlich der Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium. Die Änderung der Richtlinie tritt am Tag nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger, aber nicht vor dem 01. Januar 2017 in Kraft. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[27.06.2016, 11:55:33]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Heinz Christian Esser
Sie berichten zutreffend, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 19.5.2016 beschlossen hat, die Diagnose „Torticollis spasticus“ (ICD-10 G24.3) ab 2017 in die Indikationsliste für langfristigen Heilmittelbedarf aufzunehmen. Wir können – wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in ihrer Presseinformation vom 20.6.2016 – im Interesse der Patienten mit Schiefhals nur sagen: endlich und Gott sei Dank.

Wenn in diesem Zusammenhang als Voraussetzung „eine leitliniengerechte Therapie“ genannt wird, so richtet sich diese Aufforderung an den behandelnden Arzt, nicht an den Physiotherapeuten. Denn der G-BA hat in seinem Beschlusstext festgelegt, dass ein langfristiger Heilmittel- (Physiotherapie-) bedarf nur dann anerkannt wird, wenn gleichzeitig eine leitlininiengerechte medikamentöse Therapie erfolgt. Dies ergibt sich aus Anlage 2 zur Heilmittel-Richtlinie: Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf nach § 32 Abs. 1a SGB V (1.1.2017) Seite 2: Erkrankungen des Nervensystems, Zeile G24.3.

Heinz Christian Esser
Geschäftsführer
Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.
Köln
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Asthma – oder nur zu dick?

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über "Asthma" klagen, ist Vorsicht geboten. Denn oft sind die Symptome kein pneumologisches Problem. mehr »

WHO veröffentlicht die ICD-11

Nach 26 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation die Klassifikation der Todesursachen und Krankheiten auf eine neue Grundlage gestellt. Die ICD-11 ist am Montag veröffentlicht worden. mehr »

Warum Patienten aggressiver werden

Dass Patienten Ärzte verbal angreifen und bedrohen, kommt in Deutschland immer häufiger vor. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielerorts wappnen sich Mediziner in Praxen und Kliniken gegen die stärker aufkommende Gewalt. mehr »