Ärzte Zeitung online, 22.06.2016

Union

Forschung an bestimmten Demenz-Patienten erlaubt

BERLIN. Die Unionsfraktion hat sich nach internem Ringen auf einen Vorschlag geeinigt, wie aus ihrer Sicht künftig Demenz gemeinnützig erforscht werden könnte.

Demnach soll Forschung an Patienten erlaubt sein, wenn diese vorher im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte und nach ärztlicher Aufklärung zugestimmt und dies in einer von der Patientenverfügung unabhängigen Probandenverfügung dokumentiert haben.

Darauf verständigen sich die CDU- und CSU- Bundestagsabgeordneten am Dienstagabend in Berlin nach Teilnehmerangaben bei zehn Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Die Fraktion hat 310 Mitglieder.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte eine Einverständniserklärung als Teil der Patientenverfügung angestrebt.

Ähnlich wie jetzt die Unionsfraktion hatte sich zuvor SPD-Fraktionsvize Professor Karl Lauterbach geäußert: Der Betroffene müsse sich bei klarem Verstand mit einer gemeinnützigen Forschung an seiner Person einverstanden erklären und von einem Arzt über Risiken und Vorteile aufgeklärt werden.

Das Dokument solle mit einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung aufbewahrt werden. Ohne ein solches Schriftstück über eine gemeinnützige Demenzforschung, sei nur eine Forschung möglich, die individuellen Nutzen bringe. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vertragsärzte und Kliniken im Clinch

Die Integrierten Notfallzentren sind das Herzstück der geplanten Notfallreform. Doch wie sollen sie aufgebaut sein? Darüber gibt es bei KBV und den Kliniken kontroverse Auffassungen. mehr »

Zoster-Impfung für alle ab 60

Die Ständige Impfkommission hat ihre neue Empfehlungen zu Impfungen gegen Gürtelrose, Pertussis und Grippe präzisiert. Bei der Zoster-Impfung müssen Ärzte etwas beachten. mehr »

190 Millionen Jodtabletten gekauft

Das Bundesamt für Strahlenschutz stockt den Vorrat an Jodtabletten auf. Laut Medienberichten wurden dazu aktuell 50 Millionen Packungen bestellt. mehr »