Ärzte Zeitung, 08.07.2016

Kammervertretung

Frischer Wind in Rheinland-Pfalz?

Die rheinland-pfälzische Ärzteschaft war aufgerufen, ihre Kammervertretung zu bestimmen. Mehr als 42 Prozent der insgesamt 80 Delegierten wurden erstmals gewählt.

Von Anne Zegelman

MAINZ. Die rheinland-pfälzischen Ärzte haben die Vertreterversammlung (VV) ihrer Kammer gewählt. 20.748 Ärzte waren aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben, über die Wahlbeteiligung konnte Sprecherin Ines Engelmohr am Donnerstag noch keine Auskunft geben.

Der Anteil der Ärztinnen in der neuen Vertreterversammlung liegt bei rund 18 Prozent. Dies bildet, wie in vielen Kammern und KVen, nicht das tatsächliche Geschlechterverhältnis in der rheinland-pfälzischen Ärzteschaft ab. Laut Statistik waren zum Jahresende 2015 bei der Landesärztekammer 8718 Ärztinnen und 12.030 Ärzte registriert; 42 Prozent der Ärzteschaft in der Pfalz sind also weiblich. Immerhin positiv: Der Anteil der in der Kammer vertretenen Frauen ist seit der vorherigen Wahl 2011 um drei Prozentpunkte gestiegen; zuletzt waren 15 Prozent Frauen.

"Mit neuem Blick und neuen Ideen"

42,5 Prozent der insgesamt 80 Delegierten sind erstmals in die VV gewählt worden. Schon 2011 lag der Anteil der "Neuen" bei über 40 Prozent. Für Kammer-Sprecherin Engelmohr erneut ein positives Signal: "Neue kommen mit neuem Blick, neuen Ideen und neuen Anregungen", sagte sie der "Ärzte Zeitung". Eine gute Mischung sei in der Kammer-VV genauso wichtig wie in jedem anderen Team.

Der Marburger Bund (MB) ist traditionell stark vertreten - und auch diesmal bildet er wieder die stärkste Gruppe. Tatsächliche Fraktionen wie in anderen Kammern gibt es in Rheinland-Pfalz jedoch nicht.

Dr. Günther Matheis von der Trierer MB-Liste ist der Spitzenkandidat für die Nachfolge von Kammerpräsident Professor Frieder Hessenauer. Er trete nach 15 Jahren und drei Amtszeiten nicht noch einmal an, heißt es von Seiten der Kammer.

Hessenauer tritt nicht nochmal an

Vorstand und Präsident werden auf der konstituierenden Sitzung am 23. November in Mainz bestimmt. Bisher ist nur Matheis als Präsidentschaftskandidat benannt worden; allerdings können weitere Interessenten noch bis zum Abend der Wahl ihren Hut in den Ring werfen.

Wie die Kammer mitteilt, kommen mit 28 die meisten Delegierten aus der Bezirksärztekammer Koblenz. Sie gehören zu den Listen Marburger Bund (zehn Delegierte), Hausarztliste (sieben), Liste Soziales Gesundheitswesen (vier), Liste Zukunft 2020 (ein Delegierter) und FAiRLP - Fachärzte Rheinland-Pfalz (sechs).

Aus der Bezirksärztekammer Pfalz erhalten 26 Delegierte einen Platz in der VV. Sie waren auf den Listen "weiter Jöckle-Kretz und Hessenauer" (vier), Marburger Bund (neun), Hausarztliste (fünf), Junge Ärzte (zwei), Freie Ärzte Hambacher Bund (ein Delegierter), Alternative für Haus- Fachärzte (ein Delegierter) und FAiRLP (vier Delegierte) angetreten.

17 Vertreter ziehen aus Rheinhessen in die VV ein, nämlich von den Listen Marburger Bund (acht), Ärztevereine Rheinhessen (vier), FAiRLP (vier) und Junge Ärzte (ein Delegierter). Trier stellt neun Delegierte aus den Listen Marburger Bund (fünf) und Gemeinsame Ärzteliste (vier).

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