Ärzte Zeitung, 06.09.2016

InterTabac

Ärzte und Verbände gegen Tabakmesse

Die Messe InterTabac ist Rauchgegnern ein Dorn im Auge. Sie wollen sie mit einem offenen Brief an die Ministerpräsidentin stoppen.

KÖLN. Viele Ärzte sowie nationale und internationale medizinische Verbände haben sich in einem offenen Brief an die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gewandt. Sie fordern die Schließung der weltweit größten Tabakmesse InterTabac, die vom 16. bis 18. September in Dortmund stattfinden soll.

Initiatoren des Briefs sind das Forum Rauchfrei, Transparency Deutschland e.V. sowie die Krebsberatungs- und Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Gesundheitswesen Aachen e.V.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Ärzte aus NRW mobil gegen die Messe gemacht und den Rat der Stadt sowie Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau aufgefordert, sie zu stoppen (wir berichteten). "Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich zum Ziel gesetzt, den Tabakkonsum einzuschränken und den Krebs zu bekämpfen und ist daher in der Pflicht zu handeln", schreiben die Gegner in ihrem aktuellen Brief. Dazu passe nicht, dass die Stadt Dortmund mit der InterTabac Profit erwirtschafte. Der Messebetreiber Westfallenhallen ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Dortmund.

"Der Dortmunder Oberbürgermeister und die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin haben die Verantwortung für die Messe bisher von sich geschoben", sagt Johannes Spatz, Arzt und Sprecher des Forums Rauchfrei. "Wir werden sehen, ob Frau Ministerpräsidentin Kraft dies auch tut."

Zu den Unterzeichnern des Appells an die Ministerpräsidentin gehören unter anderem Dr. Burkhard Lawrenz, Vorsitzender des Landesverbands Westfalen-Lippe der Kinder- und Jugendärzte, Professor Bernd Bertram, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Nordrhein und Professor Dirk Schadendorf, Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums in Essen. Für den 17. Dezember haben die Initiatoren wieder eine Protestkundgebung vor den Westfalenhallen angekündigt. Bis dahin wollen sie auch von Kraft eine Antwort auf ihren Brief haben. (acg)

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