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Ärzte Zeitung, 04.10.2016

Bremen/Niedersachsen

Klinikplanung: Kooperation geplant

Zwischen den Bundesländern herrscht ein reger Patientenaustausch. Zusammenarbeit ist sinnvoll.

BREMEN / HANNOVER. Bremen und Niedersachsen wollen bei der Krankenhausplanung zusammenarbeiten. So viel ist klar. Schließlich ist in beiden Ländern die selbe Partei am Ruder: die SPD. Aber wird auch Geld fließen von Niedersachsen nach Bremen?

Im Raum steht der Wunsch der Bremer, der große Nachbar möge sich an den Investitionskosten an der Weser beteiligen. Nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung der beiden Länder sagte der Bremer Oberbürgermeister Carsten Sieling (SPD), man setze in Bremen bei der Klinikfinanzierung auch auf Lastenteilung.

Rund 35 Prozent der Bremer Klinikpatienten kommen aus dem niedersächsischen Umland, sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Bremer Krankenhausgesellschaft. "In der Psychiatrischen Versorgung sind es nur zehn Prozent, in der Herzchirurgie sind es aber mehr als 50 Prozent."

In Bremerhaven kommen sogar durchschnittlich rund 45 Prozent der Patienten aus Niedersachsen. Indessen hat die niedersächsische Seite eine Beteiligung an den Bremer Investitionskosten stets kategorisch abgelehnt, hieß es bei der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft.

Kliniken im "Griechenland des Nordens" nicht mitfinanzieren

Dessen ungeachtet nahm Björn Thümler, CDU-Fraktionschef im Hannoveraner Landtag, Sielings Bemerkung zum Anlass, gegen Zahlungen an Bremen zu protestieren. Man dürfe die Kliniken im "Griechenland des Nordens" nicht mitfinanzieren, während die niedersächsischen Krankenhäuser im Bremer Umland zu kämpfen haben.

Vergleichbares müsste man im Zweifel auch mit anderen Nachbarländern einfädeln, wie etwa Hamburg, sagte Thümler der "Ärzte Zeitung". Er befürchtet ausufernde Geldforderungen.

Allerdings gibt es nach Auskunft der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft weder Zahlen über Patientenströme nach Hamburg oder in andere Länder, noch gebe es Gespräche über eine gemeinsame Krankenhausplanung, etwa mit Nordrhein Westfalen oder Hessen.

Um Transparenz bemüht

Seit Jahresbeginn trifft sich die gemeinsame Arbeitsgruppe der beiden Länder aus Krankenhaus- Kassen- und Behördenvertretern, um über eine gemeinsame Krankenhausplanung zu beraten. "Es gibt die Möglichkeit, sich etwa bei der Geburtshilfe oder der Versorgung im Bremerhavener Umland, wo besonders viele Patienten aus der Cuxhavener Gegend nach Bremerhaven kommen, abzustimmen", sagt Zimmer.

Früher sei die jeweilige Krankenhausplanung der Länder ein "Closed shop" gewesen, heute bemühe man sich um Transparenz, hieß es. Um Geld sei es aber nie gegangen. Das Thema der AG wird im Oktober die psychiatrische Versorgung sein, so Zimmer. (cben)

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