Ärzte Zeitung, 11.10.2016
 

KV-Wahl in Berlin

Ergebnis denkbar knapp

Nach der KV-Wahl in Berlin könnten die für Februar 2017 geplanten Vorstandswahlen äußerst knapp ausgehen. Denn die Listen, die sich für einen Neuanfang innerhalb der KV positioniert haben, konnten nur einen ganz geringen Vorsprung erreichen.

Von Angela Misslbeck

Ergebnis denkbar knapp

Vorstandsmitglied Burkhard Bratzke war erneut angetreten.

© KRUPPA / KV Berlin

BERLIN. Knappes Ergebnis: Eine spannende Vorstandswahl in der KV Berlin verspricht das Ergebnis der Wahl zur Vertreterversammlung, das am Wochenende bekannt wurde.

Die ärztlichen Listen, die sich bei der KV-Wahl eindeutig für einen Neuanfang positioniert haben, errangen demnach nur einen Sitz mehr als die offen vorstandstreuen Listen.

Die stärkste Fraktion stellt die traditionelle Facharztliste mit zwölf Sitzen. Auf dieser Liste hatte mit Burkhard Bratzke das einzige Vorstandsmitglied kandidiert, das erneut zur VV-Wahl angetreten ist. Bratzke gehört der neuen VV wieder an, falls er die Wahl annimmt.

Inhaltlich am nächsten steht dieser Liste die Medi-Facharztliste, die zwei Mitglieder in die VV entsendet. Die Medi-Hausarztliste hat den Einzug in die Vertreterversammlung der ambulanten Ärzte Berlins verpasst.

Bestes Einzelergebnis

Zweitstärkste Fraktion ist die Liste Fachärzte 2.0, die sich mit VV-Chefin Dr. Margret Stennes offen für einen Neuanfang in der KV Berlin starkmacht. Sie hat acht Sitze errungen. Stennes ist mit 484 persönlichen Stimmen zugleich die Kandidatin im ärztlichen Wahlkörper mit dem besten Einzelergebnis.

Dr. Christian Messer, der die andere Facharztliste führt, hat 342 Stimmen erhalten. Den dritten Platz teilen sich die Köpfe der beiden Hausarztlisten Dr. Detlef Bothe (Hausärzte für Berlin) und Dr. Wolfgang Kreischer (Deutscher Hausärzteverband) mit je 291 Stimmen.

Diese beiden Listen entsenden jeweils fünf Kandidaten in die Vertreterversammlung. Zwei Sitze gehen an die Kinderärzte und zwei weitere an die Liste Kooperation ist Zukunft, die bisher drei Sitze innehat.

Die absolut meisten persönlichen Stimmen hat die Psychotherapeutin und stellvertretende VV-Vorsitzende Eva-Maria Schweitzer-Köhn erhalten. Sie zieht mit 921 Einzelstimmen als eine von vier Psychotherapeutinnen in die neue Vertreterversammlung ein.

Wahlbeteiligung überrascht

Die Wahlbeteiligung war unter den Psychotherapeuten mit 73,1 Prozent deutlich höher als bei den Ärzten mit 61,7 Prozent. Damit lag sie jedoch kaum höher als 2010, was angesichts der Querelen und Skandale rund um die KV Berlin etwas überrascht.

Die neuen VV-Mitglieder haben nun reichlich Zeit, Koalitionen zu bilden. Der Zeitplan sieht vor, dass sich die neue Vertreterversammlung am 14. Januar 2017 konstituiert. Der neue Vorstand soll am 11. Februar 2017 gewählt werden. Offen bleibt allerdings, welchen Einfluss ein noch anhängiges Klageverfahren auf den weiteren Verlauf nehmen wird.

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