Ärzte Zeitung, 14.10.2016

Südwesten

Der Regress-Prügel bleibt

Von Florian Staeck

Es wäre ein starkes Signal insbesondere an junge Ärzte gewesen: Baden-Württemberg als regressfreie Zone für niedergelassene Ärzte. Doch der Vorstand der KV Baden-Württemberg musste jetzt einräumen, dass dieses Ziel, zumindest vorerst, zu ambitioniert gewesen ist.

Trotz des im Südwesten konstruktiven Umgangs zwischen den Selbstverwaltungspartnern wollen Kassenvertreter nicht auf den Regress-Prügel verzichten.

Gewiss ist die Zahl der tatsächlich exekutierten Arzneimittel-Regresse gering –  in Baden-Württemberg waren es 60 im Jahr 2013. Doch das Angstszenario eines Regresses bleibt bestehen – eine schwere Hypothek im Werben um junge Ärzte, denen die Arbeit in der ambulanten Versorgung schmackhaft gemacht werden soll.

Der KV-Vorstand im Südwesten hat auf das Scheitern seines großen Ziels richtig reagiert: Die mit den Kassen für 2017 ausgehandelte Prüfvereinbarung bringt klare Fortschritte. Prüforgien in einzelnen Fachgruppen werden durch eine Höchstquote verhindert.

Ein erstmals vereinbarter Deckel bei der Höhe der Rückforderungen mindert die Furcht vor existenzvernichtenden Regressen. Doch werden den potenziellen Nachwuchs diese Details beeindrucken, wenn die Drohkulisse erhalten bleibt?

Lesen Sie dazu auch:
Baden-Württemberg: Die Regresskeule bleibt

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alles dreht sich um die Ballaststoffe

Gegen die meisten Zivilisationskrankheiten gibt es offenbar ein simples Rezept: Ballaststoffe essen! Wer eine bestimmte Menge täglich isst, lebt länger, ergab eine Mega-Studie. mehr »

Der Brexit – Ein Politkrimi à la Shakespeare

Unser Londoner Korrespondent Arndt Striegler beobachtet das Brexit-Drama live vor Ort. Im britischen Unterhaus wird gerade ein politisches Endspiel inszeniert – weit weg von den realen Sorgen vieler Briten. mehr »

Portoerhöhung trifft Ärzte voll

Die Post will das Porto für Standardbriefe voraussichtlich zum 1. April 2019 erhöhen. Das Thema Arztbriefe will die KBV auch in die Verhandlungen mit den Kassen einbringen. mehr »