Ärzte Zeitung, 21.11.2016
 

Ärztekammer Nordrhein

GOÄ-Novelle: Schlappe für Rudolf Henke

Die Ärztekammer Nordrhein lehnt eine Änderung der Bundesärzteordnung ab und stellt sich damit bei den Verhandlungen zur GOÄ gegen die Bundesärztekammer.

DÜSSELDORF. Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) hat sich am Samstag gegen einen zentralen Punkt der von Bundesärztekammer und PKV-Verband entwickelten GOÄ-Novelle ausgesprochen. Die Delegierten folgten einem Antrag des Ärztebündnisses Nordrhein (ÄNB), die beabsichtigte Änderung der Bundesärzteordnung abzulehnen.

Der Antrag richtet sich gegen Elemente wie die gemeinsame Kommission und die Datensammelstelle. Die vorgesehenen Steuerungsmechanismen führten weder zu einer bürokratischen Entlastung noch zu einer angemessenen Honorierung. "Diese scheinbaren Notwendigkeiten dienen ausschließlich den Interessen der Beihilfestellen und der PKV", heißt es dort. "Die Änderung der Bundesärzteordnung folgt der Logik der Ökonomie und belastet das Arzt-Patienten-Verhältnis", sagte der Vorsitzende des ÄNB Dr. Lothar Rütz. Die GOÄ dürfe nicht zu einer "Gängelungsverordnung für Ärzte" werden.

ÄKNo-Präsident Rudolf Henke warnte die Delegierten vor dem mit der Ablehnung verbundenen Signal, die GOÄ doch besser so zu lassen, wie sie ist – mit allen von den Ärzten oft beklagten Mängeln. "Es können nicht alle Blütenträume in Erfüllung gehen, wenn man die GOÄ wirken sehen will", sagte Henke. Er konnte die Mehrheit aber nicht überzeugen: 49 Delegierte votierten für den Antrag, 37 dagegen, neun enthielten sich. (iss)

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