Ärzte Zeitung online, 24.11.2016

Kommentar

Masterplan als Liegeware?

Von Florian Staeck

Landarztquote, Stärkung der Allgemeinmedizin, Reform des Dr. med.: Munter wird seit Monaten über den "Masterplan Medizinstudium 2020" debattiert. Jetzt hat sich auch der Deutsche Ärztinnenbund eingeschaltet und empfiehlt Politikern, Transparenz über Zeitplan und Inhalte der Reform herzustellen. Die ist bitter nötig.

Denn der Masterplan ist nach wie vor eine Blackbox. Ende Juni haben sich die Gesundheits- und Kultusminister der Länder im Grundsatz über das Maßnahmenpaket geeinigt. Seitdem ist das Vorhaben wieder im Mahlstrom der Ministerialbürokratie verschwunden.

Es geht um Geld für Studienplätze, die Neustrukturierung des Praktischen Jahres oder den Dauerzankapfel Landarztquote. Der Bildungsföderalismus mit 32 beteiligten Ministerien macht aus dem Masterplan ein Mammutprojekt der Kompromissfindung.

Es wäre – unabhängig von strittigen Inhalten –  ein verheerendes Signal an den ärztlichen Nachwuchs, wenn der Masterplan weiter auf die lange Bank geschoben wird. Das gilt insbesondere mit Blick auf das Superwahljahr 2017.

Spätestens mit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai dürfte der Berliner Politikbetrieb seine inhaltliche Arbeit einstellen. Dann zählen andere Prioritäten – und der Masterplan käme erst 2018 neu auf die Agenda.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie man trotz Plätzchen den Kilos trotzt

Ein Lebkuchen hier, ein Dominostein da und dann noch die fette Weihnachtsgans. Forscher geben studiengeprüfte Tipps gegen den üblichen Gewichtszuwachs an den Feiertagen. mehr »

Psychotherapeuten werfen der Koalition Diskriminierung vor

15:07Die Psychotherapeuten laufen Sturm gegen das TSVG. Sie fordern gleiche Rechte für ihre Patienten. mehr »

Zwei AOKen geben Zusatzbeitrag preis

Nach und nach geben die Krankenkassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt – nun taten dies die AOK Baden-Württemberg und AOK Nordwest. Es zeichnen sich sinkende Zusatzbeiträge ab, aber nicht bei jeder Kasse. mehr »