Ärzte Zeitung online, 17.03.2017

KV Rheinland-Pfalz

Stimmungswechsel spürbar

Das Klima in der KV Rheinland-Pfalz hat sich, glaubt man Berichten aus der jüngsten Vertreterversammlung, positiv verändert. Inhaltlich gilt weiterhin, dicke Bretter zu bohren.

Von Anne Zegelman

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Dr. Peter Heinz ist seit Ende Januar neuer Vorstandsvorsitzender der KV Rheinland-Pfalz.

© KV Rheinland-Pfalz

MAINZ. Bei der ersten Vertreterversammlung der KV Rheinland-Pfalz nach dem Wechsel an der Vorstandsspitze klang immer wieder an, dass sich nicht nur der Name an der Tür des Chefbüros geändert hat. Vielmehr wurde bei der Sitzung am Mittwoch in Mainz deutlich, dass sich, seitdem der Gensinger Allgemeinmediziner Dr. Peter Heinz Ende Januar sein Amt angetreten hat, auch die Arbeitsatmosphäre verändert hat.

So berichtete Dr. Karlheinz Kurfeß, in dieser Legislaturperiode neuer Stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung: "Eins kann man sagen, das Klima ist gut und die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand offen und vertrauensvoll." Der langjährige VV-Vorsitzende Dr. Olaf Döscher versprach dem neuen Dreiergespann die Unterstützung der Vertreterversammlung bei der Arbeit an drängenden Fragen wie der Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung im ländlichen Rheinland-Pfalz und eine bessere Patientensteuerung.

Pfeile in Richtung Ultes-Kaiser

Der neue stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Bartels berichtete von einem ersten Treffen mit Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) nach dem Wechsel: "Sie hat uns gebeten, künftig wieder enger mit ihr zusammen zu arbeiten und offener zu kommunizieren", so Bartels. "Offenbar gab es in der Vergangenheit Dinge, die dem entgegengestanden haben."

Gemeint war zweifelsohne die bei der konstituierenden Sitzung am 21. Januar unterlegene ehemalige KV-Chefin Dr. Sigrid Ultes-Kaiser, die oft für ihren mitunter scharfen Ton kritisiert worden war. Die reagierte, indem sie ihren Nachfolger nach dessen erster Rede mit detaillierten Nachfragen löcherte. Heinz antwortete, Ultes-Kaiser fragte weiter, so ging es minutenlang – bis von anderer Stelle der Antrag zur Geschäftsordnung gestellt wurde, das Zwiegespräch zu beenden und zunächst alle Fragen aus dem Plenum zu sammeln.

Eine der Nachfragen bezog sich auf die Aufstockung des Laborkosten-Grundbetrags aus dem Gesamtbudget vor Trennung zwischen Haus- und Fachärzten – ein Zankapfel, da Laborkosten als fachärztliche Leistung gelten und viele Hausärzte glauben, hier zu Unrecht draufzahlen zu müssen. Heinz erklärte, der Vorstand habe just am Tag der Sitzung den Beschluss gefasst, den Aspekt Labor in den Honorarbescheiden ab kommendem Quartal unter Vorbehalt zu stellen, bis eine gerichtliche Klärung vorliege.

"Ansonsten hätten alle Hausärzte Widerspruch gegen ihre Honorarbescheide einlegen müssen", erläuterte Heinz die Entscheidung. Man müsse die Entscheidung der Gerichte abwarten, aber schon jetzt entsprechende Rücklagen bilden. Das ehemalige KV-Vorstandsmitglied Dr. Klaus Sackenheim wollte es genauer wissen und fragte nach, in welcher Höhe. Heinz: "Es wird noch gerechnet – aber wahrscheinlich eine Million pro Quartal bei den Fachärzten."

Hausärzte legen überall zu

Geschäftsbereichsleiter Leo Mattes. stellte die Honorarauswertungen vor. Er berichtete, dass die Allgemeinärzte bei den Honoraren im dritten Quartal 2016 im Vergleich zu 3/2015 um 3,9 Prozent zugelegt hatten – am deutlichsten fiel der Zuwachs bei den Radiologen (5,7 Prozent) aus, die Hautärzte verschlechterten sich hingegen erneut um 3,4 Prozent. Innerhalb des Honorarfonds gab es für die Allgemeinärzte ein Plus von 3,7 Prozent, außerhalb der Fachgruppenfonds eine Steigerung von 4,9 Prozent. Bei den Behandlungsfällen legten die Allgemeinärzte um 1,1 Prozent zu, der Fallwert wuchs bei den Allgemeinmedizinern um 2,7 Prozent.

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