Ärzte Zeitung online, 28.03.2017

Braunschweiger Modell

Ein erster Schritt

Ein Kommentar von Christian Beneker

Nachdem sich in der Vergangenheit Krankenhausvertreter und Vertreter der KVen fruchtlos über die Versorgung ambulanter Patienten in den Kliniken gestritten haben, begruben jetzt Braunschweiger Vertreter beider Seiten das Kriegsbeil und setzen für drei Jahre ein Modellprojekt in die Welt: Ab dem 1. April werden vom Klinikum angestellte Allgemeinmediziner zu den Stoßzeiten außerhalb der Bereitschaftsdienst-Öffnungszeiten die Notaufnahme von leichter erkrankten Patienten entlasten. Das Gehalt der Kollegen kommt vom Klinikum, die Honorare aus dem Säckel der KV Niedersachsen. So einfach ist das. Das Hick-Hack um die Zuständigkeiten könnte ein Ende finden.

Ob aber so ein Modell auf Dauer die Versorgung sichert, und ob wirklich so viele "leichte Fälle" durch die Praxis abgefangen werden können, dass es sich für das Klinikum lohnt, eigens zwei Allgemeinmediziner einzustellen, bleibt abzuwarten. Denn der Trend, dass "normale" Patienten in den Notaufnahmen der Krankenhäuser auftauchen, anstatt zu einem Hausarzt zu gehen, wird voraussichtlich anhalten und sogar noch stärker werden.

Ein wirklich zukunftstaugliches System müsste sie alle ohne Umschweife versorgen können. Auf Dauer dürfte da auch das Braunschweiger Modell überlastet sein.

Lesen Sie dazu auch:
Erstversorgung: Triage-Praxis am Klinikum soll Notaufnahme entlasten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »