Ärzte Zeitung online, 26.04.2017
 

Zi-Fachtagung

Vertragsärzte sammeln Argumente für Honorarsteigerung

Bei einer Zi-Fachtagung geht es heute um die Gestaltung der zukünftigen ambulanten Versorgung. Mehr Leistungen als bisher sollen ambulant erbracht werden. Aber woher könnte mehr Geld für die Vertragsärzte kommen?

Vertragsärzte sammeln Argumente für Honorarsteigerung

Die finanziellen Forderungen der Vertragsärzte summieren sich für die GKV auf 7,5 Milliarden Euro im Jahr.

© cristovao31 / Fotolia

BERLIN. Vor der Bundestagswahl intensiviert sich die Diskussion über die Gestaltung der zukünftigen Gesundheitsversorgung und die dahinter stehenden Finanzierungsmodelle. Bei einer Fachtagung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung über die zukunftssichere Gestaltung der vertragsärztlichen Versorgung diskutieren Experten heute über die Möglichkeiten, Leistungen vom stationären in den ambulanten Sektor zu verlagern, über die finanziellen Konsequenzen der alternden Bevölkerung und darüber, welche Folgerungen daraus für die Vergütung der Vertragsärzte zu ziehen sind.

Die Grundlage für die Diskussion liefert eine 60-seitige Broschüre der KV Bayerns zur zukunftssicheren Gestaltung der vertragsärztlichen Versorgung in Bayern und in Deutschland. Darin fordern die Autoren unter anderem ein klares Bekenntnis der Gesundheitspolitik zur Förderung der vertragsärztlichen Versorgung und die Abschaffung der systematischen Benachteiligung der niedergelassenen Ärzte im Vergleich zu den Krankenhäusern bei der Vergütung. Ein Punkt dabei wäre die Abschaffung der Mengenbudgets in der Gesamtvergütung, die als "versorgungsfremd" gesehen wird.

Insgesamt belaufen sich die finanziellen Forderungen der Vertragsärzte laut Broschüre auf eine "sachgerechte Anpassung der Gesamtvergütung" um 7,5 Milliarden Euro im Jahr, das wäre eine Erhöhung um 21 Prozent. Das Geld soll zum einen aus den Reserven der Gesetzlichen Krankenversicherung und des Gesundheitsfonds kommen. Zum anderen sollen durch eine Verlagerung vermeidbarer Krankenhausfälle in den ambulanten Sektor Einsparungen bei den Kliniken in Milliardenhöhe ermöglicht werden. Die Autoren der Broschüre taxieren die Ausgaben der GKV für vermeidbare Krankenhausfälle auf fünf bis sieben Milliarden Euro im Jahr. (ger)

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