Ärzte Zeitung online, 04.05.2017

Krebsregister

Ärzte sollen Meldepflicht ernst nehmen

Bei einem internationalen Symposium zum Krebsregister war die Botschaft an Ärzte klar.

MAINZ. Antje Swietlik, Geschäftsführerin des Krebsregisters Rheinland-Pfalz, hat an die onkologisch tätigen Ärzte des Landes appelliert, ihrer Meldepflicht nachzukommen. "Das Krebsregister unterstützt die Melder auf vielen Wegen technisch und inhaltlich – wir können unsere Ziele aber nur gemeinsam erreichen mit Hilfe von vollzähligen und qualitativ hochwertigen Daten", sagte sie beim ersten Internationalen Krebsregister Symposium in Mainz. Seit dem Inkrafttreten des Landeskrebsregistergesetzes zum 1. Januar 2016 sei schon viel erreicht worden. "Aber die künftigen Auswertungen können nur so gut sein, wie die gesammelten Daten", so Swietlik.

Deshalb will das Gesundheitsministerium die Zahl der Meldungen erhöhen. Neben Vorträgen gab es bei der Veranstaltung auch Melderschulungen, bei denen das neue elektronische Melderportal auf der Webseite des Krebsregisters im Detail erklärt wurde. Abgesehen von den Schulungen im Rahmen des Symposiums gibt es auch regulär Unterweisungen an jedem ersten Mittwoch im Monat in Mainz, für die Ärzte sich online anmelden können.

David Langner, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, betonte die Bedeutung des Registers für die Verbesserung der Heilbehandlung, Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und Förderung der Versorgungsforschung. Meldungen über Therapieverläufe von Krebspatienten seien für die Mediziner keine Einbahnstraße, so Langner, sondern zahlten sich vielmehr wissenschaftlich aus: "Ärzte können die Auswertungen und Rückmeldungen des Krebsregisters für die Heilbehandlung der Patientinnen und Patienten nutzen", sagte er. Als weiteres Beispiel dafür nannte die Ärztliche Leiterin des Krebsregisters, Dr. Sylke Zeißig, die gesetzlich vorgesehenen Screenings: "Durch unsere Analysen, die künftig ganz aktuelle Auswertungen ermöglichen werden, können wir den Erfolg dieser Maßnahmen überprüfen". (aze)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stärkung der Organspende – Sogar Grüne loben Spahn

Klare Verantwortlichkeiten, bessere Refinanzierung: Der Bundestag bewertet das geplante neue Organspende-Gesetz positiv. Doch die Grundsatzdebatte kommt erst noch. mehr »

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Fallwert steigt um 2,6 Prozent

Die Entwicklung der Arzthonorare tendiert in der GKV-Regelversorgung weiter nach oben – jedenfalls laut den jüngst verfügbaren Zahlen. mehr »