Ärzte Zeitung online, 10.05.2017
 

Baden-Württemberg

HzV-Verträge: Honorarplus im Südwesten

Die Vergütung dreier Verträge wird linear um 6,5 Prozent angehoben. Das macht laut Verband 20 bis 30 Millionen Euro im Jahr aus.

STUTTGART. Erstmals seit dem Start der hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg im Herbst 2008 wird die Vergütung der Hausärzte im AOK-Vertrag linear um rund 6,5 Prozent erhöht.

Es sei ein "Durchbruch", dass die Kasse den Anpassungsbedarf anerkannt habe, sagte Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Landeshausärzteverbands, der "Ärzte Zeitung". In den vergangenen Jahren habe sich allerdings das Honorar für die teilnehmenden Hausärzte kontinuierlich erhöht, wenn sie neue Patienten in die HzV eingeschrieben haben. Denn die Pauschale P 1 – bisher 65 Euro im Jahr – wird kontaktunabhängig gezahlt.

Zudem kamen in den vergangenen Jahren immer wieder neue Leistungen hinzu, die im Rahmen der HzV der AOK abrechenbar sind. So etwa der Einsatz der Versorgungsassistentin VERAH (Zuschlag von fünf Euro auf die P 3) oder das praxisorientierte Case Management (PraCMan) für chronisch kranke Patienten (80 Euro im Quartal). Den durchschnittlichen Fallwert im AOK-Vertrag beziffert Dietsche auf rund 94 Euro im Quartal. Zum Vergleich: Den Fallwert in der KV Baden-Württemberg gibt der Verbandschef mit rund 65 Euro an.

Parallel zu diesem Vertrag sind auch die HzV-Verträge mit Bosch BKK und der BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft neu verhandelt worden. Auch hier, so Dietsche, ergebe sich im Durchschnitt eine Vergütungserhöhung um 6,5 Prozent. Die Pauschale P 2 wird im Rahmen dieser Verträge um drei Euro auf 43 Euro angehoben, für die P 3 sind nun 33,50 statt 30 Euro hinterlegt. Zu berücksichtigen ist, dass zwei bisherige Einzelleistungen in einen Psychosomatik-Zuschlag von zehn Euro überführt werden, der auf die P 1 aufgeschlagen wird.

Die neue P 1 beläuft sich auf 66 statt 65 Euro, mit dem Zuschlag dann 76 Euro. Für die Mehrzahl der Ärzte werde sich durch die Neujustierung der Pauschale "ein leichtes Plus" ergeben, versprach Dietsche. Da die Morbidität der Versicherten bei den Betriebskassen im Schnitt niedriger als bei der AOK ist, betrage der Fallwert bei diesen Verträgen 77 bis 80 Euro, erläuterte der Verbandschef.

Er bezifferte das Volumen der Vergütungsanhebungen für die drei HzV-Verträge auf jährlich rund 20 bis 30 Millionen Euro. (fst)

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