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Ärzte Zeitung online, 17.05.2017

KV Niedersachsen

Notaufnahmen: Patienten sollten zahlen

HANNOVER. Für Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KV Niedersachsen (KVN), können KV und Kliniken das Problem der überfüllten Notaufnahmen nicht mehr selbst lösen. Die Patienten müssten dazu bewegt werden, die Bereitschaftsdienstpraxen zu nutzen und die Notfallambulanzen der Krankenhäuser nur den wirklichen Notfällen zu überlassen.

"Ohne Einbeziehung des Patienten werden wir oder die Krankenhäuser keine vernünftige Lösung hinbekommen." Die Politik sollte darüber nachdenken, ob nicht weitere Steuerungselemente nötig seien, so Barjenbruch.

In der KV denke man zum Beispiel an eine Eigenbeteiligung der Patienten, die in die Notaufnahmen kommen. Wer mit "Lappalien" im Krankenhaus erscheint und nicht beim Bereitschaftsdienst, solle eine Gebühr zahlen, sagte Detlef Haffke, Sprecher der KVN, der "Ärzte Zeitung". Stellt sich die "Lappalie" als eine im Krankenhaus behandlungsbedürftige Erkrankung heraus, erhält der Patient sein Geld zurück.

In Niedersachsen hat die KVN an 62 Kliniken Bereitschaftsdienstpraxen installiert. Die Ärzte in den Praxen behandeln jährlich rund eine Million Patienten außerhalb der Praxisöffnungszeiten. Unter den zwei Millionen Patienten, die jährlich in die Klinikambulanzen der niedersächsischen Krankenhäuser kommen, zählen die Krankenhäuser ebenfalls eine Million ambulante Fälle.

Dies kostet eine Menge Geld. Laut KV erhalten die Krankenhäuser für die ambulanten Patienten derzeit 32 Euro pro Fall. Da sieht es im Bereitschaftsdienst anders aus: "Wir haben für alle Bereitschaftsdienstregionen den Stundenumsatz ermittelt auf Basis der Zahlen vom vierten Quartal 2016", sagt Haffke. "Dieser variierte zwischen 60 Cent auf der Nordseeinsel Baltrum und über 100 Euro in Hannover/Braunschweig. Die KV Niedersachsen subventioniert auf 40 Euro pro Stunde." Gemeinsam mit den Krankenhäusern müssen wir darüber sprechen, die Patienten an die richtigen Stellen zu leiten", folgert Barjenbruch aus der Situation. "Die Patienten müssen wissen, ob sie in die Notfallambulanz eines Krankenhauses oder zum kassenärztlichen Bereitschaftsarzt gehen sollten oder ob es ausreicht, dass sie in den nächsten Stunden oder am nächsten Tag ihren Haus- oder Facharzt aufsuchen." (cben)

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