Ärzte Zeitung online, 29.05.2017

Versorgungssicherung

Zahlt Niedersachsen bald Fördergelder?

"Zukunftssicher" soll die ambulante vertragsärztliche Versorgung in Niedersachsen ausgestaltet werden, so die Landesregierung.

Von Christian Beneker

HANNOVER. Die KV Niedersachsen (KVN) und die Regierung des Landes haben ihre Absicht bekräftigt, die hausärztliche Versorgung im Land zu sichern. Beide Seiten haben dazu das "Konzept zur Zukunft der vertragsärztlichen Versorgung 2030" unterschrieben. Darin bekräftigen sie, "die ambulante vertragsärztliche Versorgung bis zum Jahr 2030 zukunftssicher auszugestalten."

Das Stipendienprogramm für Medizinstudenten oder neue Möglichkeiten für die Gründung kommunaler Versorgungszentren im ländlichen Raum sind nur einzelne der vielen aufgeführten Maßnahmen, so die gemeinsame Presseerklärung. Aber die KVN will mehr.

In einer Erklärung verwies Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) unter anderem auf die "Patientenmobile", die im Landkreis Leer die Patienten vom Land zum Arzt in die Stadt bringen. KVN, Landkreis Leer und die Weser-Ems-Bus GmbH hätten gerade erst die Ausweitung des Projekts auf weitere Gemeinden bekannt gegeben. "Wir haben in Niedersachsen zukunftsweisende und spannende Wohn- und Versorgungsmodelle entwickelt. Das Ziel ist, diese bekannter zu machen und nach Möglichkeit auch in anderen Regionen zu initiieren, sodass alle Bürger in Niedersachsen davon profitieren", so Rundt.

"Wir sind froh, dass wir die Landesregierung dazu bewegen konnten, Dinge für die hausärztliche Versorgung besser zu regeln", sagte Rolf Hufenbach, Leiter der Abteilung vertragsärztliche Versorgung in der KVN, zur "Ärzte Zeitung".

Für Hufenbach allerdings sind die niedersächsischen Initiativen nicht ausreichend. Er will mehr Geld vom Steuerzahler. "Wir erwarten auch von unserer Landesregierung Förderprogramme wie in Nordrhein-Westfalen", so Hufenbach. Im bevölkerungsstärksten Bundesland unterstützt die Landesregierung im Rahmen des Hausarztaktionsprogrammes inzwischen 191 Praxen mit bis zu 50.000 Euro, die sie nicht zurückzuzahlen müssen. In Niedersachsen kommen solche Zuschüsse aus dem Portemonnaie der KV und der Krankenkassen, also aus dem Strukturfonds. Kassen und KV gewähren daraus bis zu 60.000 Euro Zuschuss. 2017 sollen 26 Praxen gefördert werden.

Aber das Land Niedersachsen wolle von diesen Zuschüssen nichts wissen, bedauert Hufenbach. Tatsächlich verweist Uwe Hildebrandt, Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, darauf, "dass das Land nicht den Sicherstellungsauftrag hat. Es kann nicht um eine allgemeine Bezuschussung der Praxen gehen." Im Übrigen engagiere sich das Land bereits bei anderen Projekten. (cben)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »