Ärzte Zeitung online, 06.06.2017

KBV-Vorschlag

Kleine Kliniken sollen Zentren werden!

Die KBV spricht sich für Umdenken bei der medizinischen Versorgung auf dem Land aus.

BERLIN. Nicht mehr benötigte Krankenhäuser sollten in ambulante medizinische Zentren umgewandelt werden. Das schlägt die Kassenärztliche Bundesvereinigung vor. So könnte die komplette Schließung zumeist kleiner Kliniken verhindert und der Standort für die medizinische Versorgung erhalten bleiben, argumentiert KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister.

Politikern falle es sehr schwer, auch noch die kleinste Klinik zu schließen, die weder gebraucht würde noch einen Mehrwert für die Bevölkerung darstelle, so Hofmeister. "Um diesen Schritt etwas leichter zu machen, könnte man sich überlegen, ob man an den Standorten solcher Krankenhäuser auch unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur ambulante Zentren einrichtet", so der KBV-Vize.

Nach den Vorstellungen der KBV könnten in diesen Zentren neben der hausärztlichen Versorgung tageweise fachärztliche Sprechstunden angeboten werden. Auch kleinere Belegabteilungen, in denen Patienten bei Bedarf betreut übernachten könnten, wären möglich.

Eine intensive medizinische Versorgung, die hohe Kosten verursache, müsse dann nicht vorgehalten werden.

Hofmeister spricht sich auch für eine stärkere Zentrierung des medizinischen Angebots aus. Das sei erheblich besser, als Ärzte über Land fahren zu lassen. "Während der Arzt im Auto sitzt, geht seine Arbeitszeit für Patienten verloren", kritisiert er. (chb)

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