Ärzte Zeitung online, 05.07.2017
 

Vorstand will Transparenz

KV Berlin legt Honorarbericht vor

Das Vertrauen der KV-Mitglieder zurückgewinnen – das ist erklärtes Ziel des Vorstands der KV Berlin. Ein wichtiger Baustein ist der jetzt erstmals vorgelegte Honorarbericht.

Von Angela Misslbeck

KV Berlin legt Honorarbericht vor

Wer bekommt wie viel Geld? Die KV Berlin legt jetzt regelmäßig einen Honorarbericht vor.

© bluedesign / fotolia.com

BERLIN. Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat zum ersten Mal einen Honorarbericht veröffentlicht. Der Bericht, der nun für das vierte Quartal 2016 vorliegt, soll einen umfassenden und fachübergreifenden Überblick auf das erzielte Honorar, die Honorarentwicklung und -verteilung geben.

"Der von nun an für jedes Quartal erscheinende Honorarbericht ist ein Beitrag im Sinne des Versprechens nach mehr Transparenz, mit dem wir als Vorstand angetreten sind", so die Berliner KV-Chefin Dr. Margret Stennes. Sie brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck "auf diese Weise das Vertrauen der KV-Mitglieder in ‚ihre‘ KV wieder zu erlangen und der Vertreterversammlung eine solide Grundlage für die von ihr zu treffenden Entscheidungen zur Honorarverteilung zur Verfügung zu stellen".

Eine prioritäre Aufgabe

Den Honorarbericht hat der neue Berliner KV-Vorstand nach seinem Amtsantritt als prioritäre Aufgabe betrachtet (wir berichteten). "Besonders wichtig war es uns, eine Form zu finden, die die relevanten Kennzahlen übersichtlich ‚auf einen Blick‘ präsentiert", so Stennes weiter.

Der Honorarbericht der KV Berlin gibt Einblick in das Honorar je Arzt, das Fallhonorar, die Auszahlungsquoten und die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Das durchschnittliche Brutto-Arzthonorar in der Hauptstadt lag demnach bei rund 55 000 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr gewannen die Fachgruppen im Schnitt rund vier Prozent Honorar hinzu. Die Berliner Hausärzte verzeichneten ein Plus von 6,88 Prozent. Ihr Fallhonorar stieg um 3,41 Prozent auf 53,05 Euro.

Deutlich zugenommen haben vor allem die Honorare aus unbudgetierten Leistungen der morbiditätsgebundenen Gesamtvergütung. Sie stiegen von rund zwei Millionen auf knapp fünf Millionen Euro. Darin sind seit vergangenem Jahr die Leistungen des organisierten Notdienstes enthalten.

Auszahlungsquote verbessert

Verbessert hat sich auch die Auszahlungsquote – also der Anteil der abgerechneten Leistungen, der bezahlt wurde. Er stieg im hausärztlichen Bereich auf 87 Prozent insgesamt.

Die Zahl der Ärzte in Berlin steigt. Ihr Tätigkeitsumfang aber stagniert. So gab es im hausärztlichen Bereich Ende vergangenen Jahres 1,13 Prozent mehr Ärzte (2951) als Ende 2015. Der Zulassungs- oder Tätigkeitsumfang ging jedoch um 0,53 Prozent auf 2677,75 hausärztliche Sitze zurück. Die 5733 Facharztsitze Ende 2016 waren 0,2 Prozent weniger als Ende 2015. Die Zahl der Fachärzte stieg um zwei Prozent auf 6722.

Geplant ist, dass der Honorarbericht jedes Quartal auf der Homepage der KV Berlin erscheint. Die quartalsweise Veröffentlichung soll einen nachvollziehbaren Überblick über die Honorarentwicklung bieten. Bundesweit veröffentlichen nach Angaben der KV Berlin sieben KVen und die KBV Honorarberichte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tausende HPV-Tumoren pro Jahr sind vermeidbar

Viele Krebserkrankungen in Deutschland ließen sich durch einen HPV-Schutz vermeiden, so RKI-Berechnungen. Das Institut rät zum Impfen - das könnte auch bei Jungen sinnvoll sein. mehr »

Mit Kohlenhydrat-Tagen die Insulinresistenz durchbrechen

Typ-2-Diabetiker mit schwerer Insulinresistenz können vom Prinzip einer hundert Jahre alten Haferkur profitieren. Erfahrungsgemäß sprechen 70 Prozent der Betroffenen darauf an. mehr »

Kliniken in Nordrhein sind Vorreiter beim E-Arztbrief

Der Klinikbetreiber Caritas Trägergesellschaft West zählt zu den Vorreitern des elektronischen Arztbriefes über KV-Connect. Viele Niedergelassene sind bereits angeschlossen. mehr »