Ärzte Zeitung online, 25.08.2017
 

Hybrid-DRG

TK vergrätzt die DKG mit Modellprojekt

HAMBURG. Begleitet von Kritik hat die Techniker Kasse in Thüringen ein Modellprojekt zu "Hybrid-DRGs" gestartet. Auf Grundlage der Fallpauschalen im Krankenhaus und des EBM haben die Projektteilnehmer Mischpreise für operative Leistungen kalkuliert. Diese sollen im stationären und ambulanten Sektor gelten.

Getestet wird das Modell der TK zunächst bei Patienten mit Kreuzbandverletzungen, Leistenbrüchen, Krampfadern und beim Karpaltunnelsyndrom. Außer der TK machen acht Kliniken, niedergelassene Operateure und die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) mit.

Vergleichbare Leistungen und Eingriffe sollten gleich bezahlt werden, unabhängig davon, ob sie in Kliniken oder Praxen erbracht werden, fordert die TK. Gleiche Preise im ambulanten und stationären Sektor sind eine der zentralen Forderungen der Kasse an den nächsten Deutschen Bundestag. Hybrid-DRG könnten dazu beitragen, dass weniger Erlösanreize als die richtige Indikation im Mittelpunkt der Behandlung steht, so die Kasse.

Kritik an dem Vorhaben kommt von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). "Was die TK will, ist gleiches Geld für unterschiedliche Leistungen", heißt es. Bei Leistungen, die auch ambulant vorgenommen werden können, seien oft Begleiterkrankungen der Grund für die stationäre Aufnahme – das jedoch müsse sich auch in der Vergütung widerspiegeln, fordert die DKG. (fst)

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