Ärzte Zeitung online, 06.09.2017

Schiedsentscheidung

Mehr Honorar für Hebammen

Hebammen erhalten mehr Geld, so eine Entscheidung der Schiedsstelle. Zufrieden ist der Deutsche Hebammenverband aber nicht. Zankapfel mit den Kassen ist auch eine neue Abrechnungsvorschrift.

Mehr Honorar für Hebammen

Helfer bei der Geburt: Hebammen erhalten rückwirkend höhere Honorare.

© knopf81 / stock.adobe.com

BERLIN. Freiberufliche Hebammen bekommen mehr Geld: Die Honorare für ihre Leistungen werden rückwirkend zum 15. Juli um rund 17 Prozent angehoben. Das hat die zuständige Schiedsstelle entschieden, nachdem Krankenkassen und Hebammenverbände zuvor zu keiner gemeinsamen Lösung gekommen waren.

Für die Kassen sprach der GKV-Spitzenverband heute von einem guten Ergebnis. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) kritisierte den Schiedsspruch hingegen. Er beklagte unter anderem, dass weitere Honorarerhöhungen bis zum Jahr 2020 ausgeschlossen sind.

Streit über neue Vorschrift

Zu dem Beschluss gehört auch die Vorschrift, dass freiberufliche Hebammen in der Klinik künftig nur noch die gleichzeitige Betreuung von maximal zwei Schwangeren abrechnen können. Nach Ansicht des GKV-Spitzenverbands verbessert sich damit die Betreuung der werdenden Mütter.

Die DHV-Präsidentin Martina Klenk sieht in dieser Regelung hingegen einen massiven Einschnitt in der Berufsausübung. "Eine gute Qualität in der Geburtshilfe erreichen wir mit ausreichend Hebammen, nicht mit weniger Leistung durch Hebammen." (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Epileptiker haben hohe Überdosisgefahr

Die Gefahr, an einer Medikamentenüberdosis zu sterben, ist bei Epilepsiekranken fünffach erhöht, so eine Studie. Doch es ist anders, als auf den ersten Blick gedacht: Schuld sind meist nicht die Antikonvulsiva. mehr »

Zehntausende Arztpraxen nicht ohne Barrieren zu erreichen

Nur ein Drittel der Arztpraxen in Deutschland gelten – auch nur zum Teil – als barrierefrei. Das schränke die freie Arztwahl körperlich beeinträchtigter Menschen ein, moniert die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann. mehr »

Nichtstun ist gefährlich für Patientendaten

Nur noch wenige Tage, dann tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Grund genug auch für Ärzte, sich die Prozesse der Datenverarbeitung anzuschauen und auf Sicherheit abzuklopfen. mehr »