Ärzte Zeitung online, 11.10.2017

Weiterbildungsstellen

Kinderärzte klagen über Benachteiligung

Pädiater sprechen von einer willkürliche Gesetzesauslegung, die sie nicht akzeptieren wollen.

BAD ORB. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat bei seinem Herbstkongress scharf die Ausgestaltung der ambulanten fachärztlichen Weiterbildung kritisiert.

Zwar sei es vom Bundesgesetzgeber der richtige Schritt gewesen, 1000 Weiterbildungsstellen für die sogenannten "Ärzte der Grundversorgung zu schaffen", räumte BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach ein. Primär sollten diese Stellen für Augen- und Frauenärzte und insbesondere auch für Pädiater vorgehalten werden. Laut einer Rahmenempfehlung, die von der KBV, dem GKV-Spitzenverband und der Deutschen Krankenhausgesellschaft beschlossen worden ist, seien nun aber nahezu alle Facharztgruppen zu Grundversorgern erklärt worden. Das, so Fischbach, setzten einige Regional-KVen nun in ihrem Sinne primär zur "Klientelbedienung" um. Die eigentlichen grundversorgenden Fachärzte blieben damit aber weitgehend auf der Strecke.

So zum Beispiel die Pädiater, die in manchen KVen bei der Aufteilung der Weiterbildungsstellen ganz außen vor blieben oder viel zu kurz kämen. Dies will der BVKJ aber nicht so einfach hinnehmen. Dr. Thomas Fischbach kündigte daher an, dass der Verband sogar eine Musterklage gegen diese "willkürliche Gesetzesauslegung" in Erwägung zieht. (ras)

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