Ärzte Zeitung online, 30.10.2017

Honorarstreit

Zeit für ein Spitzengespräch

Kommentar von Raimund Schmid

Selten war die Stimmungslage bei der practica in Bad Orb so gut wie diesmal. Die Honorare passen, die Hausarztzentrierte Versorgung schreitet voran, und die Weiterbildungsabschlüsse nehmen wieder zu.

Dennoch fühlen sich die Hausärzte von vielen Seiten angegriffen. Von Geriatern und Pädiatern, die ihre Kompetenzen in Frage stellen, und aktuell noch stärker von Palliativmedizinern, die auch in Palliativversorgung erfahrene Hausärzte unter Fortbildungszwang setzen wollen. Diese Probleme sind aber durchaus lösbar, mit den Pädiatern ist man ja auch bereits gemeinsam auf der Suche nach Kompromisslösungen. Völlig festgefahren ist aber derzeit die Kontroverse um die Grundversorgung durch Fachärzte. Kompromisse schloss der Hausärzteverband in Bad Orb völlig aus.

Auch wenn der Hausärzteverband sich in dieser Haltung von fast allen Teilnehmern der practica unterstützt sah: Es ist höchste Zeit, dass in dieser Frage nicht mehr übereinander, sondern – auf Spitzenebene – miteinander geredet wird. Es wird doch wohl halbwegs einvernehmlich zu klären sein, wo die Grenzen zwischen haus- und fachärztlicher Versorgung liegen! Eine Jamaika-Koalition wird andere Prioritäten haben, als zunächst einen innerärztlichen Streit zu schlichten.

Lesen Sie dazu auch:
Grundversorgung: Hausärzte wollen "Kriegsflagge ausrollen"

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