Ärzte Zeitung online, 09.11.2017

Nordrhein-Westfalen

Gesundheitsminister Laumann drängt auf Medizinfakultät an der Universität Bielefeld

KÖLN. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hofft auf eine baldige Einführung der Landarztquote beim Medizinstudium in NRW. Wenn alles glatt läuft, solle sie ab dem Wintersemester 2018/19 greifen, kündigte er im Interview mit der "Neuen Westfälischen" an.

Gemeinsam mit anderen Bundesländern wie Bayern oder Sachsen prüfe NRW derzeit, wie die im Koalitionsvertrag von CDU und FDP vereinbarte Regelung auch angesichts verfassungsrechtlicher Bedenken am besten umgesetzt werden kann, sagte Laumann.

Er hält die Landarztquote angesichts der Überalterung der Hausärzte für notwendig. "Auf Dauer würde sich das zu einer medizinischen Versorgungskatastrophe auf dem Land entwickeln, wenn wir nicht gegensteuern", warnte der Minister.

Als weitere Maßnahmen gegen den Ärztemangel setzt er auf die Schaffung von W3-Professuren für Allgemeinmedizin an allen medizinischen Fakultäten und die Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze durch die Einrichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld. Sie soll mit den Kliniken der Region kooperieren. "Es ist nicht in Ordnung, dass zurzeit 70 Prozent aller Medizin-Studienplätze im Rheinland sind und nur 30 Prozent in Westfalen-Lippe – dort, wo das Problem am größten ist", begründete der Westfale die Pläne für Bielefeld. Die ersten Studierenden sollen dort ihr Medizinstudium bis 2022 aufnehmen können. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

Ärzte kritisieren AfD-Anfrage im Bundestag

Ärzte beschuldigen die Fraktion "Alternative für Deutschland" (AfD), mit zwei gesundheitsbezogenen parlamentarischen Anfragen gezielt Stimmung gegen Migranten zu machen. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »